Ich bin erstaunt, dass der letzte Artikel doch auf relativ grosses Interesse stiess. Von der Länge mal ab, waren das ja eher recht langweilige und trockene Dinge unseres täglichen Lebens!
Tja, aber wir alle werden einmal alt und wir alle können dann in die Situation kommen, Hilfe zu benötigen! Wir werden älter und ein Grossteil der Alten benötigt früher oder später Hilfe. Dazu bedarf es keiner grossen Dramen wie bei uns. Das steht statistisch gesehen jedem Zweiten bevor! Alzheimer, Demenz… Krankheiten, die unsere doch gestiegene Lebenserwartung eben so mit sich zieht! Aber davon will ich gar nicht anfangen…
Nur ein Paar weitere allgemeine Fakten zum Thema Pflege!
Was beklagen sich doch die Krankenkassen über überfüllte Heime. Viel zu teuer, der Kostenfaktor ist nicht absehbar. Wir können keine Beitragssenkungen tragen… Blablubb! Was wurde uns nicht alles vorgesungen! Dabei ist das Geschäft mit den Alten ein einträgliches Geschäft, ich weiss wovon ich rede, mein Vater baut Heime für Demenzkranke.
Dazu nochmal ein Paar Zahlen:
In Deutschland werden 1,4 Millionen Pflegebedürftige ambulant betreut.
650.000 Deutsche leben in Alten oder Pflegeheimen und was folgt finde ich ganz besonders interessant!
Eine Million Deutsche werden zuhause ausschliesslich von Angehörigen versorgt!
Und wieder eine kleine Rechenaufgabe, bei der ich die 650.000 ambulant Betreuten mal ganz ausser acht lasse!
Gehen wir mal von einer durchschnittlichen Pflege der Stufe II aus. Was nicht stimmt, es gibt gerade in den Heimen wesentlich mehr der Stufe III aber für ein Beispiel und ohne die korrekten Zahlen reicht die II.
Für die häusliche Pflege bekommen die Pflegenden der Stufe II 410,-€. Die selbe Pflege, bei der meist weniger geleistet wird als zuhause kostet den Pflegekassen der Krankenkassen 1279,-€! Macht eine Differenz von 869,-€ pro Pflegefall und somit eine gesamte Differenz von 869.000.000,-€. Wir als pflegende Angehörige sparen den Kassen monatlich – in Worten - achthundertneunundsechzig Millionen Euro ein!
Aber halt, stop, das ist ja noch nicht alles! Gehen wir einmal davon aus, dass, würden all diese Pflegebedürftigen in Heimen wohnen, ein Grossteil vom Staat bezuschusst werden müsste. Ich gehe mal frech davon aus, dass das bei gut der Hälfte der Fall sein dürfte! Also haben wir einen Rechenfaktor von 500.000 Heimplätzen, die sozial bezuschusst werden müssten. Ein Heimplatz unter 2500,-€ ist nicht zu bekommen! 250o minus dem Pflegesatz für stationäre Pflege von 1279,-€ macht nach Adam Ries 1221,-€ Bezuschussung durch das Sozialamt pro zu Pflegenden! Und jetzt nehmen wir das mal 500.000 Plätze macht dann 639.500.000,-€. Das müssen wir nun einmal zu den bei den Kassen eingesparten Betrag 869.000.000,-€ dazu rechnen und wir kommen auf die unvorstellbare Summe von 1.508.500.000,-€. Noch einmal Worten? Ja? Sehr gerne!
Wir zuhause Pflegenden sparen dem Staat und den Krankenkassen Monat für Monat die kaum fassbare Summe von nicht weniger als Folgende ein und müssen uns dabei noch selbst Kranken versichern!
Einemilliardefünfhundertundachtmillionen -
fünfhunderttausend Euro
Nun stellt euch doch bitte einmal vor, alle Pflegenden würden morgen beschliessen, nicht mehr pflegen zu können! Das System würde innerhalb von Minuten zusammenbrechen – KOMPLETT !!!
Nur mal so….
Denke mal darüber nach Frau Schmidt!
Tasha
25. Januar 2009 at 20:00
Mal ganz provokant gefragt: Kann Frau Schmidt, in ihrem niederrheinischen Dialekt, darüber nachdenken?
Ich pflege ja selber und wäre froh ein paar € mehr zu haben – wenigstens für Carsten Pflegestufe III. Aber da haben wir keine Chance – es muss ja gespart werden! *Ironie aus*
25. Januar 2009 at 22:29
och, irgendwo wird auch sie ein minimum an denkfähiger hirnmasse haben müssen. nur wo und wieviel und ob ausreichend…
26. Januar 2009 at 19:59
Trulla füllt lieber den stationären Einrichtungen immer weiter die Taschen, als den pflegenden Angehörigen zu geben, was sie brauchen, damit die Pflege zu Hause auch Sinn macht.
Und ja, Du hast sehr Recht, wenn alle…
Leider wird es sowas nicht geben. Und wenn immer nur ein paar wenige diese Zustände berechtigterweise anprangern, dann findet das nicht mal in der Poststelle eines Petitionsausschusses Gehör.
Ein Mittel, ein kleiner Schritt wäre vielleicht, die anstehenden Wahlen zu nutzen und den sich zur Wahl stellenden Poltiker in Deinem Wahlkreis öffentlich dazu zu befragen, wie er gedenkt, solche Missstände abzustellen…
Lieben Gruß
Kvelli
27. Januar 2009 at 09:29
Zitat: „Pflegenden würden morgen beschließen, nicht mehr pflegen zu können! Das System würde innerhalb von Minuten zusammenbrechen – KOMPLETT !!!“
Pflegekräfte arbeiten am Limit. In der häuslichen, wie in Pflegediensten. Das Zusammenbrechen des Pflegesystems wäre allerdings auch für die zu Pflegenden eine Katastrophe. – Den Vorschlag von Kvelli finde ich gut, Politiker seines Wahlkreises in die Pflicht zu nehmen! – Dennoch, Politiker lösen Unangenehmes immer so, als würden sie selbst unter Demenz leiden. – Stelle dir als Wähler einfach mal vor, es sind Wahlen und keiner ginge hin. – Politiker, der Staat hätten schlagartig ihre Legitimation verloren. – Aber das bleibt eben illusionär.
27. Januar 2009 at 10:02
japs! aber da kommt doch die ungerechtigkeit wieder zum tragen! die zahl der ambulant und von angehörigen gepflegten ist VIERFACH höher als die in einrichungen versorgten!
warum also, und kommt ja auch zum tragen was kvelli sagt, wird in heime investiert und weit höhere zahl derer, die es ebenso nötig haben, muss sehen wie sie fertig werden!
Ich mache hier weder den angestellten ambulanter pflegedienste noch denen in heimen angestellten irgendwelche vorwürfe! die arbeiten hart für ihr geld, das weiss ich. ich bein einfach nur unendlich wütend auf unseren scheiss staat, inkl unserer ach so feinen politiker. mit angeführt von einer „misses wie isses“ trullala schmidtkens!
da krieg isch plack!
28. Januar 2009 at 16:13
Frau Schmidt kann für ihren Etat ja leider auch nichts. Oder geht es dir im Kern um etwas anderes? Ich hab die vorigen Artikel noch nicht gelesen. Kannst du schnell sagen, was es mit Schmidt auf sich hat?
28. Januar 2009 at 16:58
was das auf sich hat? dazu wäre vielleicht vorheriger artikel hilfreich gewesen
((( ihre narrenfreiheit über jahre hinweg, haben wir ein grossteil der heutigen situation zu verdanken.
denn dort habe ich die leistungen der pflegedienste mal ansatzweise gelistet. hier gibt es ein mindestpreisgebot, welches nicht unterschritten werden darf und gerade in einem so eintragsreichen geschäft wie diesem, würde das eh keiner tun. selbiges gilt für heime! angebot bestimmt die nachfrage und ist die hoch, ist das angebot eben teuer! nur wir privatpflegenden, dürfen zu aberwitziges „dumpinglöhnen“ arbeiten. hm… merkste? dürfen uns aber auf der anderen seite keine Nicht qualifizeirte“ hilfe holen. sprich, wenn dann die teuren dienste. andernfalls werden kosten nicht übernommen.
ein paradoxes beispiel:
meine nachbarin ist staatlich geprüfte Pflegekraft und somit qualifiziert, oder? würde ich diese nun auf 400€ basis einstellen, würde ich den mehrbetrag, der uns zusteht AUCH nicht erstattet bekommen. sondern nur wenn ich einen pflegedienst nutze!
dahaaann. oben die rechnung! nur 1/5 der pflegebedürftigen lebt in heimen, der rest wird zuhause von angehörigen oder aber von pflegediensten betreut. warum werden millionen und abermillionen in heime geblasen und der rest steht da mit einer langen nase?
dann der nächste punkt. die kassen erwirtschaften seit jahren überschüsse in milliarden höhe! „die dienen als reserve“ und der schinbegründung, dass man dann die sätze senken könnte. lächerliche milchmädchenrechnung! was nutzt es jedem einzelnen von uns, wenn die sätze gesenkt werden? damit werden auch abermals die leistungen gekürzt…. merkste was? und die paar taler, die das im monat ausmacht, tun weder dir noch mir weh. weh tut es, wenn man schlussendlich nur noch eine minimalversorgung hat.
kassen gehören wieder verstaatlicht! seit dem die alle privatisiert wurden geht es bergab
willste mehr
ich glaube das reicht erstmal, oder?
28. Januar 2009 at 17:14
Okay, dann weiß ich jetzt was du meinst. Ich kann das leider nicht persönlich beurteilen inwiefern die Leistungen seit den Privatisierungen nachgelassen haben. Aber ich glaube dir da in der Hinsicht natürlich. Mich würde mal interessieren wie du denn den nun gestarteten GEsundheitsfonds beurteilst. Meiner Meinung ist das ein bizarres Konstrukt, die Kassen werden ja genötigt denselben Satz zu kassieren. Dann sollte das gleich wieder verstaatlicht werden…
Was die Arbeit von Schmidt angeht, glaubst du dass Lobbys sie beeinflussen, oder einfach dass sie blind ist? Oder dass sie die Prioritäten je nach Etatgröße einfach zu Gunsten der Heime setzt?
28. Januar 2009 at 18:02
früher war es deutlich besser und das hat mit fehlwirtschaftung zu tun. eindeutig
schaue dir oldenburg an. da baut die aok sich einen 4stöckigen palast mit wasserfällen innen an den wänden und son kack! da gehen mal eben millionen über die wupper und wozu? oder fahr nur mal nach wellsee. der kasten steht ja nun auch SCHON ca. 15 jahre. wollen wir wetten wann es einen neuen, besseren gibt? was sollen solche gebäude? da müsste auch ein riegel vorgeschoben werden. die kassen sind allesamt schuldenfrei und haben die letzten jahre MILLIARDEN an überschuss erwirtschaftet auf dem rücken der kranken.
da bringt, nun zu deiner frage, auch ein fond nicht. entlastende beiträge für arbeitgeber, ok, kann man drüber streiten, gerade bei betrieben mit nur zwei, drei angestellten aber das ganze wird nicht durchsichtiger. du bist durchsichtig, ich bin es noch mehr aber die grossen, die unsere gelder verheizen, die können machen! mit welchem recht scheffeln die millarden ein? wo bleiben die gelder?
sicher hat der staat uns auch beschissen vor der privatisierung aber was die kassen machen ist krass. zumal das ganze noch ein ganzes stück weit transparenter war.
die kassenfunktionäre jammern trotz des überschusses, sie hätten keine mittel für leistungen zur verfügung. meinst du das wird besser durch, wie du richtig erkennst, bizarre gesundheitfonds? never!
28. Januar 2009 at 19:02
Das glaub ich auch nicht, nein! Die Barmer hat übrigens auch ein recht hübsches Gebäude hier in der Gegend…ich bin grad am überlegen was für Kassen hier noch neue Gebäude haben…