März 2009


Die Schwester hat es getan. Das Gartenhaus ist bestellt und wird schon am Donnerstag geliefert. Dazu Dachpappe, extra Schindeln. Was man eben so braucht.

Das Wochenende wird also arbeitsreich! Und nicht nur dieses! Wir sind nun dabei alles geplante in die Tat umzusetzen. Der Wintergarten war ja lange bestellt und ist immer noch und noch länger in der Warteschleife. Wir haben es zwar versucht aber es geht weder beim Bauamt, noch in bei der Produktion nach Schönheit, was ein Glück, sonst müssten wir sehr lange warten sondern wer zuerst malt, kommt zuerst!
Nun suchen wir irgendwie noch etwas kopflos nach Helfern, die uns zwei Flachpfeifen am Wochenende zur Hand gehen, wenn es darum geht, das Fundament fürs Häuschen aus zu graben. Erbsensuppe und Bier satt scheinen nun nicht unbedingt das ultimative Lockmittel zu sein. Ich würde mich ja auch opfern und selbst nackich buddeln aber wir müssen ja Leute motivieren, nicht vergraulen! Man unternimmt schon Verzweiflungstaten, wie den King mit einem Zaunpfahl entgegen zu winken…. aber der hat zur Zeit seine Tage und ist für sowas nicht empfänglich. Ich werde es zum Wochenende hin noch einmal versuchen, vielleicht hat er seine Hormone bis dahin wieder in den Griff bekommen.

Tja und ich? Habe ich heute etwas gekauft?
Bin ich irre und würde das hier öffentlich kundtun, ich habe schliesslich ein Verbot auferlegt bekommen? Nö!

Tasha

So…. Ich bin wieder da und was folgt ist endlos lang und eigentlich weniger interessant!
Ich bin echt aufgeschmissen gewesen. Aber irgendwie war es auch nicht soooo schlimm. Ohne PC ist auch mal nett!
Ich will gleich mal wegkommen von dem was ich nicht kann, hin zu dem, was ich besonders gut kann! Und nur eines vorab: Ich kann da nichts für. Wirklich nicht!
Ich ging in diesen blöden AWO-Laden um meine Bürostühle zu stiften und da standen sie. Drei zierliche kleine Tischchen mit gedrechselten Beinchen, zart wie Zahnstocher und grünen Ledereinlagen. Wer mich kennt, weiss, dass ich neben einer hingebungsvollen Liebe Zuneigung zu Stühlen auch ein Herz für Kleinmöbel aller Art habe. Da stand ich nun und schielte verschämt in Richtung Tischchen. Ich kam näher und streichelte sie zärtlich mit weit ausgestrecktem Arm, ich umschwänzelte sie näher und näher und flüstertete ihnen liebevoll zu, dass sie bei mir wohnen dürften wenn sie nur wollen. Sie müssten mir nur ein Zeichen geben. Kein Zeichen ist irgendwo auch eines dachte ich und klemmte mir den Dreisatz unter den Arm.
Auf dem Weg zur Kasse hörte ich es von rechts her ein launisches Grummeln.
„Tischchen, Stühlchen, Regalchen, Schickeldieschanck. Hast du uns in letzter Zeit mal angesehen? Wie bitte sehen wir aus? Statt der Tischchen solltest du dir lieber des Rudergerät da vorne etwas näher anschauen Madame Fettwalle!“
Es war das schlechte Gewissen, es trat mir dorthin wo es weh tat! In dem Moment, als ich dies registrierte kam von links der innere Schweinehund daher:
„Hör nicht auf das alte Stinktier, wir sind gut so wie wir sind!“ Und dann ging es los, „ja ne, nicht nur das Madame raucht wie ein Schlot, guck doch nur wie wir mittlerweile aussehen!“
“Was denn? Ich finde uns haargenau richtig. Wer steht denn noch auf so Klappergestelle?“

„Was war sie früher fleissig, scheinbar glaubt sie, dass sie mit ihrem jahrelangen täglichen Training auf Vorrat was gut hat und ruht sich darauf aus aber nix ist. Siehst du nicht, dass wir langsam aber stetig verfetten?“
“Muss das in der Öffentlichkeit sein?“, haute ich dazwischen! Als auch schon eine der netten ehrenamtlichen Helferinnen auf mich zukam: „Wollen sie mal Proberudern?“
Ja, brüllte das schlechte Gewissen euphorisch und freudiger Erwartung einer Endorphinausschüttung, sie will! Der innere Schweinehund fing an zu jaulen und bettelte um Mitleid. Du faule Sau, hörte ich das schlechte Gewissen murmeln. Um dem ganzen ein Ende zu bereiten, nahm ich das Rudergerät unter den anderen Arm und stampfte zur Kasse. Nun wohnen sie hier, die drei englischen Tischchen und das Rudergerät! Und nicht nur die! Die PC freien Tage habe ich dazu genutzt klitzekleine „Besorgungen“ zu machen.

Ich rief den King an:
Ich brauche deine Dienste!
Wer bezahlt wen?
Nicht dafür, den Anhänger samt Auto, du musst was für mich abholen.
Was?
Sperrmüll!
Häh?
Na Sperrmüll, du weisst schon!

Brav kam er und erledigte was zu erledigen war. Die Ausbeute – Kitsch as Kitsch can!
Ein Jugendstil Kleiderschrank
Eine Jugendstil Hängevitirine
Eine Gründerzeit/Jugenstil Anrichte ( irgenwas dazwischen )
Zwei Gründerzeit Walzenstühle
Einen Gründerzeit Stuhl, angelehnt an die Form des Biedermeiers.
Und last but least eine Jugendstilstehlampe.

Summasumarum macht das Ausgaben in Höhe von 170,-€ Ein Schnäppchen? Eher weniger, nur viel Arbeit! Sehr viel Arbeit! Die Schwester schiebt Panik. Ich weiss gar nicht warum, wieso, weshalb! Ich rief sie an und fragte sie mal wieder nur, wie sehr mich denn eigentlich mögen würde. Als sie mich anbrüllte: „Was hast du jetzt wieder gekauft?“

Letzten Donnerstag bin ich nach dem Einkaufen „eben“ nochmal an dem AWO-Laden angehalten. Der kristalisiert sich langsam für mich als Trödelgoldgrube heraus. Ich ging rein, drehte eine kleine Runde und spazierte nach nur drei, vielleicht vier Minütchen, erleichtert nichts aufregendes entdeckt zu haben, gen Ausgang und als ich mich noch einmal umdrehte um mich von den netten Damen zu verabschieden sah ich sie. Thea, eine schlichte aber doch charmante Jugendstil Kommode. Meine! Und so zog sie am Freitag dann ein. Es war Wochenende und ich hatte der weltbesten und verständnisvollsten Lästerschwester also erneut zu beichten, dass es eine neue Mitbewohnerin geben wird.

Magst du mich und wenn wie sehr?
WAAAHAAAS ist es diesmal?
Thea ( inklusive Erklärung, wer genau denn Thea wäre )….. und die Tochter hat mich gestern aufgeregt angerufen. Schuheck in der Holstenstrasse hat dicht gemacht und nutzt wohl die Restmietzeit um Restaurationsstücke zu verticken.
Nein!
Och, nu hör doch erstmal zu!
WAAAHAAAS?
Na, ein alter Schaukelstuhl steht dort, ein Gründerteil für nur 80 Euronen.
Was noch?
Das übliche… Stühlchen, Tischchen, Schränkchen, Schreibtischchen, sogar ein Klavier.
Wann willst du hin?
Keine Ahnung…. Samstag? Aber nur gucken, nichts kaufen. Du kennst mich doch… naja, vielleicht den Schaukelstuhl. Kommt auf den Zustand an und ich kann da sowieso nichts für, die Tochter ist Schuld!

Also fuhren wir Samstag Mittag hin und Vati, wie der Schaukelstuhl von 1880 mittlerweile getauft wurde, wurde von höchst lästerschwesterlicher Seite ohne Murren genehmigt (Ohja, den nehmen wir!) Wir drehten noch eine kleine Runde durch den Laden und ich bekam einen Stubser in die Rippen. ( Achtung, verkehrte Welt! )

Hast du das Klavier gesehen?
Japs!
Ist das schön?
Sehr sogar.
Hmmm…..
Wo willste denn damit hin?
Keine Ahnung. Irgendwo. (Wehe wenn ich den Spruch bringe!)
Und was willste damit machen?
Kerzen drauf stellen.
Na, das ist aber ein luxuriöser, überdimensional grosser und sehr teurer Kerzenständer!
Ich geh noch ne Runde und überlege noch einmal.

Sie ging, schaute noch ein wenig, drehte sich um und kam Schnurstracks auf mich zu und stubste mich erneut in die Rippen.
„Ja und nun du“, sagte sie. Was soviel heisst wie. Ist gekauft aber du klärst den Preis. Stuhl 80,- , Klavier 150,-. So stand es auspreisiert. 200,- für beide? Genehmigt und gekauft!

Wir gingen zur Kasse. Zuhause hatten wir nach einem Kassensturz zusammen 250 Euro dabei. 190 ich, 60 die Schester. Dies sollte zum Selbstschutz auch so bleiben. Mehr Geld dabei ist bei sowas immer tödlich!
Die Schwester kauft ein Klavier und ich bezahle es oder so. Ne, sie gab 50 dazu und seit Wochen nervt sie mich, sie wolle Etwas dazu geben. Wie viel ich zwischenzeitlich von ihr bekäme…. Passt schon! Ausserdem stehen heute ja auch für die Schwester wieder andere Kosten an. Wir hielten auf dem Weg noch beim Hagebau-Markt und steckten noch das eine oder andere Prospekt ein. Schon Im Laden an der Kasse war klar, was passieren würde. Aus dem einem Prospekt kamen Geräusche. Ich hörte sie nicht aber die Schwester… „nimm mich!“
Ein Blockbohlenhaus. 4 x 4 Meter soll es sein. Die Schwester will es heute kaufen. Eine Werkstatt soll draus werden. Als Werkstatt eigentlich zu schade, weil es ein wirklich schönes Häuschen ist aber würden wir, wie ursprünglich geplant eine selbst bauen, würde das sogar teurer kommen. Und so wird es eben eine „hübsche“ Werkstatt werden.
Auf dem weiteren Heimweg aber hielt sie noch an der Bank und drückte mir 100,-€ in Hand. Das ist für Olga und ein lebenslanges Sitzrecht auf Vati.
Ja und Vati durfte ja sofort mit, nur Olga, wie nun das Klavier oder besser gesagt die Orgel oder das Harmonium, heissen soll musste ja auch nachhause. Den Papa anrufen, um den Anhänger betteln. Nachhause fahren, Vati ausladen und wieder los den Anhänger holen. Zurück in die Hauptstadt, Olga aufladen und Stossgebete in den Himmel schicken, dass und im Tal der ahnungslosen niemand sieht, wie wir Olga ausladen und reinwuchten! Obwohl ich hoffte, dass Cousinchen Gela von gegenüber es mitbekommt. Am Vormittag noch schaute sie die Lästerschwester, die über die neusten Errungenschaften lamentierte, kopfschüttelnd an und stellte sich auf meine Seite. Tja und nun? Nun kauft die Schwester ´ne Orgel, die nicht funktioniert weil der Blasebalg gerissen ist. Was ich persönlich nun nicht unbedingt sooo tragisch finde, da ohnehin keiner, ausgenommen des obligatorischen Flohwalzers, von uns spielen kann. Was also sollten wir mit einem funktionstüchtigen Taseninstrument?
Was aber schlussfolgert der geneigte Leser nun Positives für mich aus dem Kauf der Schwester?
Richtig.
Stühle, Tische, Schränke kann man gebrauchen, ergo habe ich nun einen Freifahrtschein. Auch wenn Madame dies nicht wahr haben will ;)
Worüber ich mich doch ein wenig freue. Ich habe mit dem King die Besitzverhältnisse der in der Ehe angeschafften Werkzeuge geklärt und bin nun wieder sowas von komplett ausgerüstet. Das gibt es gar nicht. Was noch fehlte war ein Elektrohobel aber da überraschte mich die Schwester wieder.
„Ich habe dir Etwas mitgebracht, über das sich keine andere Frau freuen könnte!“

So und nun verzeiht mir bitte, wenn ich mich noch ein, zwei oder drei Tage etwas zurückhalte. Ich bin gerade so mit dem realen Leben beschäftigt, dass ich echt keine Zeit habe am PC zu sitzen und zu lesen/schreiben.
Ich muss erstmal die Beute herrichten aber ich bin auf jeden Fall zurück (so der PC brav bleibt ), wenn auch noch nichts so regelmässig wie gewohnt!

Jetzt noch ein Paar Fotos

Als erstes möchte ich euch Vati vorstellen. Ok, er braucht noch ein neues Kleidchen aber er ist scheisse bequem!

Dann Olga. Olga durfte gleich im Tal der Ahnungslosen bleiben, da sie nur gesäubert und aufpoliert wird. Ein Paar Schrauben austauschen und gut und somit hat sie die Baustelle, die da Wohnzimmer werden soll, bezogen. Damit Olga nicht so arg alleine ist, hat die Schwester ihr Sir Frances zur Seite gestellt.

Dann ein Paar Schränckchen. Einmal noch unter Lack und einmal schon abgebrannt. Die stehen hinterm Haus unter Dach und wurden, wie man hoffentlich erkennt, schon ein wenig bearbeitet. So das Wetter mitspielt, bekomme ich sie nach und nach innerhalb der nächsten zwei Wochen fertig. Denn ich habe ein kleines Problem. Sie stehen vor den Fenstern und ich kann nicht mehr raussehen.

Dann ist da noch die alte Lanpe. Die hat nun Gesellschaft von dem einem Gründerzeit Stuhl bekommen. Dazu wird sich noch ein kleines Tischchen gesellen und der Lampenschirm muss noch fixiert werden.

Und Thea. Bei allen anderen Sachen weiss ich schon, was ich genau damit mache, resp. wie sie auszusehen haben. Bei Thea noch nicht…. Aber ich habe ihr schonmal ihr viertes Beinchen repariert.

und last but least hatte ich meinen Bildschirm fotografiert, wie er sich mir die letzten Wochen darstellte. War auch nett… und was sieht man? Man sieht nichts!

PS: Der Typ der den Bierlack erfunden hat, gehört nachträglich erschlagen!

Roman entgültig ENDE!

Tasha

Ich habe eben den PC gestartet, das erste Mal seit ca. 2 Wochen. Ich hatte aufgegeben. Jawollja. Ich bin ein Loser. Die absolute Oberlusche oder hätte ich nach dem letzten Versuch den Grafiktreiber zu installieren nur innig hoffend den PC erneut neu starten sollen?
Vielleicht brauchts ja mehr als nur 20 Neustarts?
Ich weiss nicht wie aber ich bin drin.

Jetzt muss ich mich erstmal orientieren. Eine Trillion Mail sondieren und später dann ein Update da lassen!

Vielen Dank für all die lieben Grüsse und einen besonderen an Petra! Mehr später….

Ich bin freudig erregt und entzückt zugleich. Nichtsdestotrotz sollte ich mich langsam mal ranmachen mir jemanden zu suchen, der sowohl Rechner als auch Notebook aufrüstet :/

bis später Tasha

Hallo Ihr Lieben Tasha-Mitleser, alles ist gut, es ist nichts schlimmes passiert – Tasha und dem Mister geht es gut – die Erkältung ist überstanden, leider hat sich aber jetzt der Computer von Tasha verabschiedet…. Sie läßt Euch alle ganz lieb grüßen und versucht, so schnell wie möglich wiederzukommen. Liebe Grüße, die Lästerschwester

Nicht weil ich den Frühling weiter mit Gewalt herbei beschwören will aber der Mister glüht gerade dermassen, dass er die ganze Hütte wärmt.
Tja, wo das Ei, wo die Henne? Das Ödem war zwar vor dem Fieber da am Freitag aber doch am selben Tag. Nun heisst es nachher auf Ursachenforschung gehen. Ein bisschen Blut, ein bisschen Pipi. Derweilen gibt es dann prophylaktisch eine kleine Antibiose ( Breitspektrum ) und dann schaun mer ma! Mittlerweile denke ich, dass das Ödem nur ein Symptom des eintretenden Infekts war.
Den letzten Kommentaren war zu entnehmen, dass ich cool mit „der Sache“ umgehen würde. Stark und souverän.
Das ist ganz leicht erklärt. Ich habe Ableger. Zwei Stück an der Zahl. Beide Asthmatiker, was schon einer gewissen Grundruhe bedarf. Kinder, die das Gefühl haben zu ersticken noch panisch aufgescheucht zu begegnen ist dumm.
Dazu kennt wohl jeder das Phänomen vom speziellen Kind. Sprich, wenn man mehr als ein Kind hat, ist da immer eines, mit dem permanent irgend etwas ist. Der Sohn hatte hier und da mal eine Schürfwunde, das schlimmste war ein gebrochener Zeh, weil ihm, als er heimlich ein Eis mopsen wollte, eine gefrorene Pute auf den selbigen fiel.
Aber dann ist da ja noch das spezielle Kind, die Tochter.
Ein Paar Beispiele?
Der Schwiegervater brachte dem Sohn immer diese saublöden tollen Eisenschaufeln mit. Ich hasse die, weil mein kleiner Bruder damit in der Kindergartenzeit drei Löcher in den Kopf gehauen bekam. Woraufhin diese schlussendlich auch dort verboten wurden. Ergo verbat ich diese Teile auch und wann immer der ungehorsame Schwiegervater eine Neue ranschleppte, entsorgte ich diese ebenso schnell. Diskussionen gab es. Ich würde dem Sohn die Schaufeln nicht gönnen. Ich würde spinnen. Nicht dass er keine Schaufeln gehabt hätte. Die ganze Sandkiste war voll, nur eben in der Plastikvariation.
Nun war ich einmal nicht schnell genug. Eine neue Eisenschaufel, sprich ein Kinderspaten bahnte sich den Weg in die heimischen Gefilde. Die Schwiegereltern wohnten nebenan…. Das Tochter krabbelte mit ihren 10 Monaten über den Rasen, während der Sohn etwas Gutes tun wollte. Er wollte Karnickelkraut pflücken. Dann kam eben der Schwiegervater und gab dem Sohn diesen Kinderspaten mit Eisenschippe und der Sohn dachte, er könne den gleich nutzen um damit das Kraut quasi abzuhacken. Das Klappte soweit wohl auch ganz gut, bis eben das krabbelnde Kind in seine Richtung kam. Er war ja auch eben erst zwei Jahre und in dem Alter ist Obacht eben noch ein Fremdwort. Und so hackte er und hackte er, bis man einen nur ein sekündigen Aufschrei hörte, danach Totenstille. Das krabbelnde Kind war in den Löwenzahn hackenden Spaten geraten und sass da nun mit einem abben Ohr!
Ich griff nach dem nächst Besten um es auf die Blutung zu pressen, bewegte das kleine Kind, doch wieder zu atmen, packte das Grössere unter den anderen Arm. Orderte den Ehemann durch ein kurzes Brüllen zum Auto und ab ins Krankenhaus, um das Ohr wieder an Ort und Stelle bringen zu lassen.

So zog es sich wie ein roter Faden. Ob es das Bobbycar war, mit dem sie sich überschlug, die Mauer, an der sie sich den Kopf aufschlug als sie an der winzigen Stange obendrauf Schweinebummel machen wollte. Oder die 5 Meter hohe Schaukel beim Nachbarn, auf der sie es den grossen Jungs gleichtun wollte. Schaukeln so hoch es geht und von ganz oben dann abspringen, sich den Ellenbogen brechen um ihn dann auch wieder im Krankenhaus zusammennageln zu lassen… Endlos ist das fortzusetzen.
Vielleicht erinnert sich der Eine oder Andere an die letzten Vorkommnisse. Man nennt Madame auch gerne mal Ölspur-Ellie, dreien ist sie in ihrer 3jährigen Rollerkarriere zum Opfer gefallen. Man witzelt schon, ob man allmorgentlich ihren Weg vorher abfahren und untersuchen sollte.

That´s life!

Im übrigen war der oben erwähnte Spaten der Letzte, den der Schwiegervater heimlich einschleuste. Als ich aus der Klinik kam, erklärte ich ihm etwas weniger sachlich, was genau ich mit Weiteren tun würde und ob es nun die Drohung war, ihm das Ding rektal einzuführen oder die plötzliche Einsicht, dass Eisenschaufeln tatsächlich nichts für Kleinkinder sind, entzieht sich meiner Kenntnis. Er sprach nämlich auf meine Drohung hin sehr lange nicht mehr mit mir!

Ach so, und das Ohr haben sie auch wieder gut rangebastelt. Nur eine feine weisse Narbe erinnert heute noch daran, die man nicht mal sieht, wenn man es nicht weiss.

Tasha

die sich jetzt wieder in ihren Krankenschwesterkittel schmeisst und den Rest ihrer Blogrunde auf des Misters nachmittagliche Schlafenszeit verlegt!

Genau ein Jahr und 13 Tage hatten wir Ruhe, von daher will ich mich nicht beschweren. Alles ist gut, so zwischendurch kann man das mal mitnehmen, solange es in eben diesem Rhythmus bleibt!
Aber von vorne. Als ich den Mister Freitag früh weckte, sah er aus, als hätte er über Nacht an einem Boxkampf teilgenommen. „Hier den Kranken mimen und sich Nachts kloppen gehen, oder wie?“
Das Linke Auge war w-e-c-h, die komplette linke Gesichtshälfte war zu einem Kürbis angeschwollen. Kurzfristig habe ich dann den Therapieplan umgeschmissen und aus dem Stehtraining eine Spielerunde mit Cappu gemacht. Fit war er, vier runden Vier gewinnt, gewonnen der Kerl. Ich reif den Doc und der kam auch brav. Ein Quicke Ödem so die Diagnose. So dachte ich es mir auch und versuchte den Tag über die Schwellung aus dem Gesicht zu massieren.
Abends dann kam Fieber dazu und ich gab ihm zum schlafen von dem guten alten Novalgin. Zu Essen gab es den Tag über nur flüssiges in den direkten Zugang. Die Wange war nach innen genauso angeschwollen wie nach aussen und einmal mehr war ich glücklich darüber, dass die PEG noch liegt.
Gestern früh dann, war die Schwellung ins unermessliche gestiegen und nun hatte er einen sprichwörtlich dicken Hals, was ich dann so langsam als gefährlich, weil Atmungs behindernd, einstufte und der Verdacht nahe lag, dass das Quicke vielleicht eher ein Angio-Ödem sein könnte.
Ich rief die allerliebste Lästerschwester an, dass sie sich des Hundes annimmt, da klar war was nun kam. Brav holte sie die vierbeinige Zweithaarfrisur und wer mir noch mal etwas von dem Hund, deinem treuen Begleiter erzählt, kriegt haue. Im Mai wird das Tier ein Jahr alt, war seit seiner siebten Lebenswoche nicht einen Moment ohne mich. Wer glaubt, dieses treulose Etwas hätte mich vermisst… pft!
Also rief ich einen 112 und liess uns abholen. Wegen einer dicken Backe, jawollja! Es ist ja nicht so, dass wir es gerne tun, das RTW fahren aber der Kassenärztliche Notdienst kommt nicht zu uns. „Fahren sie in die Klinik!“ Das Problem ist, dass ich den Mister, wenn es ihm nicht gut geht, nicht ins Auto bekomme. Null Chance, ich bin zwar überhaupt nicht weniger zerbrechlich gebaut aber da komme ich an meine Grenzen!
Für eine Cortison-Spritze 112 rufen und dann Meckern, dass die Kassen kein Geld haben! Nicht dass Cortison nicht in jedem Arztköfferchen heimisch wäre… aber sei es drum.
Also einmal ins Krankenhaus spritzen lassen. Was auch sehr schnell ging. Nie habe ich die Notaufnahme dort dermassen ausgestorben erlebt! Nur war kein Wagen verfügbar für den Rücktransport und so sassen/lagen wir da und warteten.

Und warteten und warteten…

Es war mittlerweile nach 16Uhr und der Mister hatte nun den zweiten Tag nichts gegessen. Er lag auf der Liege und schlief langsam ein. Halb im Schlaf gab er dann Geräusche von sich:
Was herzhaftes… ich will nachher was herzhaftes….
Was denn?
(5 Minuten stille, nur das tiefe Atmen des einschlafenden Misters war zu hören…..) Kotelett, ich will Kotelett!
Ja gut.
(Weitere 2 Minuten Pause und er begann zu leise zu Schnarchen….) mit Bratkartoffeln!
Das Schnarchen wurde lauter, die Atmung ruhiger, er schlief jetzt fest als er plötzlich anfing zu Seufzen
zzzz….. und Rosenkohl….. zzzz
Ja, ich glaube er wirklich hatte hunger!
Das Cortison wirkte sehr schnell. Innerhalb kürzester Zeit, hat er locker 2 Liter Wasser gelassen. Das Gesicht wurde schlanker, war aber immer noch sehr verquollen.
Wie viel Wasser also fasst ein Kopf, bevor er platzt?

Tasha

(PC wieder aus und Blogrunden noch einmal auf morgen verschoben )