So…. Ich bin wieder da und was folgt ist endlos lang und eigentlich weniger interessant!
Ich bin echt aufgeschmissen gewesen. Aber irgendwie war es auch nicht soooo schlimm. Ohne PC ist auch mal nett!
Ich will gleich mal wegkommen von dem was ich nicht kann, hin zu dem, was ich besonders gut kann! Und nur eines vorab: Ich kann da nichts für. Wirklich nicht!
Ich ging in diesen blöden AWO-Laden um meine Bürostühle zu stiften und da standen sie. Drei zierliche kleine Tischchen mit gedrechselten Beinchen, zart wie Zahnstocher und grünen Ledereinlagen. Wer mich kennt, weiss, dass ich neben einer hingebungsvollen Liebe Zuneigung zu Stühlen auch ein Herz für Kleinmöbel aller Art habe. Da stand ich nun und schielte verschämt in Richtung Tischchen. Ich kam näher und streichelte sie zärtlich mit weit ausgestrecktem Arm, ich umschwänzelte sie näher und näher und flüstertete ihnen liebevoll zu, dass sie bei mir wohnen dürften wenn sie nur wollen. Sie müssten mir nur ein Zeichen geben. Kein Zeichen ist irgendwo auch eines dachte ich und klemmte mir den Dreisatz unter den Arm.
Auf dem Weg zur Kasse hörte ich es von rechts her ein launisches Grummeln.
„Tischchen, Stühlchen, Regalchen, Schickeldieschanck. Hast du uns in letzter Zeit mal angesehen? Wie bitte sehen wir aus? Statt der Tischchen solltest du dir lieber des Rudergerät da vorne etwas näher anschauen Madame Fettwalle!“
Es war das schlechte Gewissen, es trat mir dorthin wo es weh tat! In dem Moment, als ich dies registrierte kam von links der innere Schweinehund daher:
„Hör nicht auf das alte Stinktier, wir sind gut so wie wir sind!“ Und dann ging es los, „ja ne, nicht nur das Madame raucht wie ein Schlot, guck doch nur wie wir mittlerweile aussehen!“
“Was denn? Ich finde uns haargenau richtig. Wer steht denn noch auf so Klappergestelle?“
„Was war sie früher fleissig, scheinbar glaubt sie, dass sie mit ihrem jahrelangen täglichen Training auf Vorrat was gut hat und ruht sich darauf aus aber nix ist. Siehst du nicht, dass wir langsam aber stetig verfetten?“
“Muss das in der Öffentlichkeit sein?“, haute ich dazwischen! Als auch schon eine der netten ehrenamtlichen Helferinnen auf mich zukam: „Wollen sie mal Proberudern?“
Ja, brüllte das schlechte Gewissen euphorisch und freudiger Erwartung einer Endorphinausschüttung, sie will! Der innere Schweinehund fing an zu jaulen und bettelte um Mitleid. Du faule Sau, hörte ich das schlechte Gewissen murmeln. Um dem ganzen ein Ende zu bereiten, nahm ich das Rudergerät unter den anderen Arm und stampfte zur Kasse. Nun wohnen sie hier, die drei englischen Tischchen und das Rudergerät! Und nicht nur die! Die PC freien Tage habe ich dazu genutzt klitzekleine „Besorgungen“ zu machen.
Ich rief den King an:
Ich brauche deine Dienste!
Wer bezahlt wen?
Nicht dafür, den Anhänger samt Auto, du musst was für mich abholen.
Was?
Sperrmüll!
Häh?
Na Sperrmüll, du weisst schon!
Brav kam er und erledigte was zu erledigen war. Die Ausbeute – Kitsch as Kitsch can!
Ein Jugendstil Kleiderschrank
Eine Jugendstil Hängevitirine
Eine Gründerzeit/Jugenstil Anrichte ( irgenwas dazwischen )
Zwei Gründerzeit Walzenstühle
Einen Gründerzeit Stuhl, angelehnt an die Form des Biedermeiers.
Und last but least eine Jugendstilstehlampe.
Summasumarum macht das Ausgaben in Höhe von 170,-€ Ein Schnäppchen? Eher weniger, nur viel Arbeit! Sehr viel Arbeit! Die Schwester schiebt Panik. Ich weiss gar nicht warum, wieso, weshalb! Ich rief sie an und fragte sie mal wieder nur, wie sehr mich denn eigentlich mögen würde. Als sie mich anbrüllte: „Was hast du jetzt wieder gekauft?“
Letzten Donnerstag bin ich nach dem Einkaufen „eben“ nochmal an dem AWO-Laden angehalten. Der kristalisiert sich langsam für mich als Trödelgoldgrube heraus. Ich ging rein, drehte eine kleine Runde und spazierte nach nur drei, vielleicht vier Minütchen, erleichtert nichts aufregendes entdeckt zu haben, gen Ausgang und als ich mich noch einmal umdrehte um mich von den netten Damen zu verabschieden sah ich sie. Thea, eine schlichte aber doch charmante Jugendstil Kommode. Meine! Und so zog sie am Freitag dann ein. Es war Wochenende und ich hatte der weltbesten und verständnisvollsten Lästerschwester also erneut zu beichten, dass es eine neue Mitbewohnerin geben wird.
Magst du mich und wenn wie sehr?
WAAAHAAAS ist es diesmal?
Thea ( inklusive Erklärung, wer genau denn Thea wäre )….. und die Tochter hat mich gestern aufgeregt angerufen. Schuheck in der Holstenstrasse hat dicht gemacht und nutzt wohl die Restmietzeit um Restaurationsstücke zu verticken.
Nein!
Och, nu hör doch erstmal zu!
WAAAHAAAS?
Na, ein alter Schaukelstuhl steht dort, ein Gründerteil für nur 80 Euronen.
Was noch?
Das übliche… Stühlchen, Tischchen, Schränkchen, Schreibtischchen, sogar ein Klavier.
Wann willst du hin?
Keine Ahnung…. Samstag? Aber nur gucken, nichts kaufen. Du kennst mich doch… naja, vielleicht den Schaukelstuhl. Kommt auf den Zustand an und ich kann da sowieso nichts für, die Tochter ist Schuld!
Also fuhren wir Samstag Mittag hin und Vati, wie der Schaukelstuhl von 1880 mittlerweile getauft wurde, wurde von höchst lästerschwesterlicher Seite ohne Murren genehmigt (Ohja, den nehmen wir!) Wir drehten noch eine kleine Runde durch den Laden und ich bekam einen Stubser in die Rippen. ( Achtung, verkehrte Welt! )
Hast du das Klavier gesehen?
Japs!
Ist das schön?
Sehr sogar.
Hmmm…..
Wo willste denn damit hin?
Keine Ahnung. Irgendwo. (Wehe wenn ich den Spruch bringe!)
Und was willste damit machen?
Kerzen drauf stellen.
Na, das ist aber ein luxuriöser, überdimensional grosser und sehr teurer Kerzenständer!
Ich geh noch ne Runde und überlege noch einmal.
Sie ging, schaute noch ein wenig, drehte sich um und kam Schnurstracks auf mich zu und stubste mich erneut in die Rippen.
„Ja und nun du“, sagte sie. Was soviel heisst wie. Ist gekauft aber du klärst den Preis. Stuhl 80,- , Klavier 150,-. So stand es auspreisiert. 200,- für beide? Genehmigt und gekauft!
Wir gingen zur Kasse. Zuhause hatten wir nach einem Kassensturz zusammen 250 Euro dabei. 190 ich, 60 die Schester. Dies sollte zum Selbstschutz auch so bleiben. Mehr Geld dabei ist bei sowas immer tödlich!
Die Schwester kauft ein Klavier und ich bezahle es oder so. Ne, sie gab 50 dazu und seit Wochen nervt sie mich, sie wolle Etwas dazu geben. Wie viel ich zwischenzeitlich von ihr bekäme…. Passt schon! Ausserdem stehen heute ja auch für die Schwester wieder andere Kosten an. Wir hielten auf dem Weg noch beim Hagebau-Markt und steckten noch das eine oder andere Prospekt ein. Schon Im Laden an der Kasse war klar, was passieren würde. Aus dem einem Prospekt kamen Geräusche. Ich hörte sie nicht aber die Schwester… „nimm mich!“
Ein Blockbohlenhaus. 4 x 4 Meter soll es sein. Die Schwester will es heute kaufen. Eine Werkstatt soll draus werden. Als Werkstatt eigentlich zu schade, weil es ein wirklich schönes Häuschen ist aber würden wir, wie ursprünglich geplant eine selbst bauen, würde das sogar teurer kommen. Und so wird es eben eine „hübsche“ Werkstatt werden.
Auf dem weiteren Heimweg aber hielt sie noch an der Bank und drückte mir 100,-€ in Hand. Das ist für Olga und ein lebenslanges Sitzrecht auf Vati.
Ja und Vati durfte ja sofort mit, nur Olga, wie nun das Klavier oder besser gesagt die Orgel oder das Harmonium, heissen soll musste ja auch nachhause. Den Papa anrufen, um den Anhänger betteln. Nachhause fahren, Vati ausladen und wieder los den Anhänger holen. Zurück in die Hauptstadt, Olga aufladen und Stossgebete in den Himmel schicken, dass und im Tal der ahnungslosen niemand sieht, wie wir Olga ausladen und reinwuchten! Obwohl ich hoffte, dass Cousinchen Gela von gegenüber es mitbekommt. Am Vormittag noch schaute sie die Lästerschwester, die über die neusten Errungenschaften lamentierte, kopfschüttelnd an und stellte sich auf meine Seite. Tja und nun? Nun kauft die Schwester ´ne Orgel, die nicht funktioniert weil der Blasebalg gerissen ist. Was ich persönlich nun nicht unbedingt sooo tragisch finde, da ohnehin keiner, ausgenommen des obligatorischen Flohwalzers, von uns spielen kann. Was also sollten wir mit einem funktionstüchtigen Taseninstrument?
Was aber schlussfolgert der geneigte Leser nun Positives für mich aus dem Kauf der Schwester?
Richtig.
Stühle, Tische, Schränke kann man gebrauchen, ergo habe ich nun einen Freifahrtschein. Auch wenn Madame dies nicht wahr haben will 
Worüber ich mich doch ein wenig freue. Ich habe mit dem King die Besitzverhältnisse der in der Ehe angeschafften Werkzeuge geklärt und bin nun wieder sowas von komplett ausgerüstet. Das gibt es gar nicht. Was noch fehlte war ein Elektrohobel aber da überraschte mich die Schwester wieder.
„Ich habe dir Etwas mitgebracht, über das sich keine andere Frau freuen könnte!“
So und nun verzeiht mir bitte, wenn ich mich noch ein, zwei oder drei Tage etwas zurückhalte. Ich bin gerade so mit dem realen Leben beschäftigt, dass ich echt keine Zeit habe am PC zu sitzen und zu lesen/schreiben.
Ich muss erstmal die Beute herrichten aber ich bin auf jeden Fall zurück (so der PC brav bleibt ), wenn auch noch nichts so regelmässig wie gewohnt!
Jetzt noch ein Paar Fotos
Als erstes möchte ich euch Vati vorstellen. Ok, er braucht noch ein neues Kleidchen aber er ist scheisse bequem!

Dann Olga. Olga durfte gleich im Tal der Ahnungslosen bleiben, da sie nur gesäubert und aufpoliert wird. Ein Paar Schrauben austauschen und gut und somit hat sie die Baustelle, die da Wohnzimmer werden soll, bezogen. Damit Olga nicht so arg alleine ist, hat die Schwester ihr Sir Frances zur Seite gestellt.



Dann ein Paar Schränckchen. Einmal noch unter Lack und einmal schon abgebrannt. Die stehen hinterm Haus unter Dach und wurden, wie man hoffentlich erkennt, schon ein wenig bearbeitet. So das Wetter mitspielt, bekomme ich sie nach und nach innerhalb der nächsten zwei Wochen fertig. Denn ich habe ein kleines Problem. Sie stehen vor den Fenstern und ich kann nicht mehr raussehen.






Dann ist da noch die alte Lanpe. Die hat nun Gesellschaft von dem einem Gründerzeit Stuhl bekommen. Dazu wird sich noch ein kleines Tischchen gesellen und der Lampenschirm muss noch fixiert werden.


Und Thea. Bei allen anderen Sachen weiss ich schon, was ich genau damit mache, resp. wie sie auszusehen haben. Bei Thea noch nicht…. Aber ich habe ihr schonmal ihr viertes Beinchen repariert.

und last but least hatte ich meinen Bildschirm fotografiert, wie er sich mir die letzten Wochen darstellte. War auch nett… und was sieht man? Man sieht nichts!

PS: Der Typ der den Bierlack erfunden hat, gehört nachträglich erschlagen!
Roman entgültig ENDE!
Tasha