Genau ein Jahr und 13 Tage hatten wir Ruhe, von daher will ich mich nicht beschweren. Alles ist gut, so zwischendurch kann man das mal mitnehmen, solange es in eben diesem Rhythmus bleibt!
Aber von vorne. Als ich den Mister Freitag früh weckte, sah er aus, als hätte er über Nacht an einem Boxkampf teilgenommen. „Hier den Kranken mimen und sich Nachts kloppen gehen, oder wie?“
Das Linke Auge war w-e-c-h, die komplette linke Gesichtshälfte war zu einem Kürbis angeschwollen. Kurzfristig habe ich dann den Therapieplan umgeschmissen und aus dem Stehtraining eine Spielerunde mit Cappu gemacht. Fit war er, vier runden Vier gewinnt, gewonnen der Kerl. Ich reif den Doc und der kam auch brav. Ein Quicke Ödem so die Diagnose. So dachte ich es mir auch und versuchte den Tag über die Schwellung aus dem Gesicht zu massieren.
Abends dann kam Fieber dazu und ich gab ihm zum schlafen von dem guten alten Novalgin. Zu Essen gab es den Tag über nur flüssiges in den direkten Zugang. Die Wange war nach innen genauso angeschwollen wie nach aussen und einmal mehr war ich glücklich darüber, dass die PEG noch liegt.
Gestern früh dann, war die Schwellung ins unermessliche gestiegen und nun hatte er einen sprichwörtlich dicken Hals, was ich dann so langsam als gefährlich, weil Atmungs behindernd, einstufte und der Verdacht nahe lag, dass das Quicke vielleicht eher ein Angio-Ödem sein könnte.
Ich rief die allerliebste Lästerschwester an, dass sie sich des Hundes annimmt, da klar war was nun kam. Brav holte sie die vierbeinige Zweithaarfrisur und wer mir noch mal etwas von dem Hund, deinem treuen Begleiter erzählt, kriegt haue. Im Mai wird das Tier ein Jahr alt, war seit seiner siebten Lebenswoche nicht einen Moment ohne mich. Wer glaubt, dieses treulose Etwas hätte mich vermisst… pft!
Also rief ich einen 112 und liess uns abholen. Wegen einer dicken Backe, jawollja! Es ist ja nicht so, dass wir es gerne tun, das RTW fahren aber der Kassenärztliche Notdienst kommt nicht zu uns. „Fahren sie in die Klinik!“ Das Problem ist, dass ich den Mister, wenn es ihm nicht gut geht, nicht ins Auto bekomme. Null Chance, ich bin zwar überhaupt nicht weniger zerbrechlich gebaut aber da komme ich an meine Grenzen!
Für eine Cortison-Spritze 112 rufen und dann Meckern, dass die Kassen kein Geld haben! Nicht dass Cortison nicht in jedem Arztköfferchen heimisch wäre… aber sei es drum.
Also einmal ins Krankenhaus spritzen lassen. Was auch sehr schnell ging. Nie habe ich die Notaufnahme dort dermassen ausgestorben erlebt! Nur war kein Wagen verfügbar für den Rücktransport und so sassen/lagen wir da und warteten.

Und warteten und warteten…

Es war mittlerweile nach 16Uhr und der Mister hatte nun den zweiten Tag nichts gegessen. Er lag auf der Liege und schlief langsam ein. Halb im Schlaf gab er dann Geräusche von sich:
Was herzhaftes… ich will nachher was herzhaftes….
Was denn?
(5 Minuten stille, nur das tiefe Atmen des einschlafenden Misters war zu hören…..) Kotelett, ich will Kotelett!
Ja gut.
(Weitere 2 Minuten Pause und er begann zu leise zu Schnarchen….) mit Bratkartoffeln!
Das Schnarchen wurde lauter, die Atmung ruhiger, er schlief jetzt fest als er plötzlich anfing zu Seufzen
zzzz….. und Rosenkohl….. zzzz
Ja, ich glaube er wirklich hatte hunger!
Das Cortison wirkte sehr schnell. Innerhalb kürzester Zeit, hat er locker 2 Liter Wasser gelassen. Das Gesicht wurde schlanker, war aber immer noch sehr verquollen.
Wie viel Wasser also fasst ein Kopf, bevor er platzt?

Tasha

(PC wieder aus und Blogrunden noch einmal auf morgen verschoben )