Was, meine lieben Leser und Leserinnen, würdet ihr tun, wenn einer eurer besten Freunde oder vielleicht sogar der Beste überhaupt einen lebensgefährlichen Stunt hinlegen würde, wirklich und wahrhaftig einige Meter tief fällt, wonach er / sie hart auf den Boden der Tatsachen aufschlägt?
Ich für meinen Teil bin ja bekannter Weise ein sehr fürsorglicher Mensch. Intern nennt man mich auch gerne mal Oberschwester Hildegard, immer ein Salbchen zur Hand, die Kopfschmerztablette reichend und das schmerzende Köpfchen streichelnd. Ja, fürsorglich ohne Gleichen! Ihr dürft mich auch gerne Mutter Theresa nennen!
Nun sagt man auch, wer den Schaden hat, braucht für den Schaden nicht Spott nicht zu sorgen. Ich hatte die letzten Tage beides! Ja, der Spott des gesamtes Tals ruhte auf meiner armen, zerschundenen Seele samt Körper aber von vorne… Was war passiert?
Nach dem die Ausgrabungsarbeiten nicht stattgefunden haben, schlichen wir eine Weile um den Kieselsteinhaufen, der irgendwelchen Grabefahrzeugen den Weg zum Ziel versperrt. Wir versicherten uns gegenseitig, dass wir wüssten, dass dieser hier alsbald weichen müsste aber irgendwie hatte keiner von uns richtig Lust auf Steine schleppen und da der Bagger eben nicht kommen sollte und das umschaufeln so noch Zeit hatte, suchte sich ein Jeder eine andere Arbeit.
Das Wetter war zu herrlich um sich drinnen zu amüsieren und so schien allgemeine Gartenarbeit eine gute Idee. Die Schwester wollte Stauden umsetzen und ich linste immer wieder den Hang an. Soll ich, soll ich nicht? Hoch isser. Sieben Meter und höher und gehört zu den ähnlich unbeliebten Arbeiten wie Steine schleppen. Man könnte fast schon Berg sagen statt Hang.
Um einmal die Grösse des Hangs zu demonstrieren. Ich habe das Foto auf einem Stuhl stehend gemacht und dass Teil unten links im Bild ist der mannshohe Grillkamin von Cousin M.!
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Ich aber hatte gerade Lust auf grobe Holzfällerarbeiten. Wenn auch im kleinen Rahmen und nicht mit der Kettensäge, sondern mit Astschere und Heckenschere bewaffnet wollte ich ihm zur Leibe rücken. Ich bin ja vieles aber nicht bekloppt und klettere an einer 70 prozentigen Steigung mit einer laufenden Kettensäge umher!
Also begab ich mich an die Arbeit.

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Es mutet vielleicht ein wenig so an, als würde ich gemütlich im Gras liegen aber weit gefehlt! Ich stehe tatsächlich richtig aufrecht, wenn auch nur einbeinig…
Gut klappte es und schnell lichtete sich der Urwald aus Wildrosen und Weissdorn und so kam ich schnell oben am Knick an. Ein Ast nach dem nächsten wich und wurde im hohen Bogen ins Tal geworfen. Die Lästerschwester machte ihre Scherze: „Bist du zum Islam konvertiert oder warum biste absolut luftdicht verpackt?“ Und so entledigte ich mich, trotz aller Bedenken der Dornen wegen, meines Pullis. Und dann kam was kommen musste. Hätte ich doch nur den Pulli anbehalten! Ein am Boden steil nach unten wachsender Ast mit einer Stärke von gut 6 – 7 cm. Abgeknipst hatte ich ihn fix und ich wollte ihn grad im hohen Bogen und locker aus dem Handgelenk… Nix ist, der hatte an unsinnigster Stelle Wurzeln geschlagen. Ich fluchte so vor mich hin. „Kacke, verwurzelt.“ Als aus dem Tal die liebliche Stimme der Schwester ertönte. „Was?“ „Datt Viech ist verwurzelt!“, tönte ich zurück, was sie abermals mit einem: „WAS?“ entgegnete. Ich riss tapfer zupfte sanft an der Wurzel während ich lauter brüllte „Der ist verwurzeeeeeeeeeee…..“
Das jahrelange Abrolltraining beim Kampfsport hat nun in einer Realsituation seinen Nutzen gezeigt und so flog ich wenigstens nicht im hohen Bogen rückwärts, sondern rollte auch dank der Masse sanft den Hang hinunter durch wunderbar zarte Weissdornsträucher.
Ich schlug auf der Mauer auf, welche den Hang vorm Abrutschen auf die Terrasse bewahren soll oder andersherum, drehte mich um und was meine entzündeten Augen sahen war ein wirklich ehrlich tief erschrockenes Gesicht des Misters und eine Lästerschwester, die hinter ihm stand. Eine Hand beruhigend auf seiner Schulter und mit der anderen die Cam vorm Gesicht haltend: „Kannste das nochmal machen, ich habe nicht alles rauf bekommen. Aber langsamer bitte, sonst kriege ich wieder nur den Aufschlag drauf!“
Ein wenig schlecht unterdrücktes Gelächter und dann kam es verspätet, „gehts dir gut?“
„Ach was, die Paar Schrammen. Ich hab das ganz gerne so! Ich steh auf Schmerzen!“
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Nein! So alt, fleckig, faltig und verschrumpelt bin ich nicht! Ich habe nur mehrfach den Kontrast erhöht, damit meine Wunden auch wenigstens halbwegs dem Ist-Zustand nahe kommen. Leider lässt sich sowas fotografisch schwer festhalten. Jedenfalls sehen meine Arme aus, wie nach einem Nahkampf mit einer bösartigen Katze. Auch die Beine, soweit die Hose beim kullern hochrutschte
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Abends läuteten wir die Grillsaison ein und auch das Cousinchen von gegenüber samt Gatten kam. Der abgeholzte Teil des Knicks brachte das erste Lagerfeuer des Jahres und so sass man am Feuer und bedauerte belustigte sich über meine kleinen Kratzer tiefen Wunden und die zuvor stattgefundene Szenerie. Man bedauerte sich gegenseitig, dieses Schauspiel beispielloser Unfähigkeit verpasst zu haben und die Schwester triumphierte: „Ich war dabei!“
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Auch Salben, um die Schmerzen meiner eiternden, knochentiefen Wunden zu lindern, gab es nicht. Oma hätte für solche Fälle immer Spiritus im Haus gehabt und damit könne man dienen. Das hätte bei ihnen auch immer geholfen.
Ja, sowohl die Schwester als auch das Cousinchen hätten ähnliche Fallerlebnisse in ihrer Kindheit oft gehabt. Die Betonung liegt hier auf – in ihrer Kindheit! Nicht als Neununddreissig Jahre alte Greisin!
Ja, der Hang ist Blut getränkt. Viel, viel Familienblut liess ihn wachsen und gedeihen! Ich gehöre aber nicht zur Familie. Ich wurde nur adoptiert! Mein Blut hätte dort nicht fliessen müssen!
Als ob das nicht genug gewesen wäre, stand ich tags drauf wieder im Knick. Man sah ihn nicht auf den ersten Blick, nein, man musste schon genauer hinsehen. Hinter seiner Terrassenlamelle stand der Gatte der Cousine mit einer Cam vor der Nase. Um genau zu sein sah man nur eine Cam, die auf der Lamelle zu schweben schien und auf weitere stuntgleiche Szenen lauerte . Der Wind trug seine, in Richtung Schwester hauchende, Stimme in meinen Gehörgang: „Klapp mal die Wäschespinne zusammen, ich will es diesmal alles draufkriegen.“
Morgen gibt es dann die nette Seite des Osterwochenendes
PS: Kommentare über meine zart Kellerwand farbene Haut werden gelöscht.
PPS: Kommentare über das Hinterteil werden gelöscht.
PPPS: Kommentare über meine Blödheit werden gelöscht
Tasha
13. April 2009 at 21:46
Also wenn Du sämtliche ehrlich gemeinten Kommentare löschen willst, warum kommentiere ich dann eigentlich…
Nein ehrlich… Du tust mir leid. Besonders deshalb, weil anscheinend wirklich kein Mensch mit Dir mitzufühlen scheint! Sowas ist echt gemein. Ich fühle mit Dir, weil mir garantiert das selbe passiert wäre, allerdings hätte ich mir im Flug mit der Heckenschere wohl noch wertvolle Körperteile amputiert… Ich hoffe, die Schrammen verheilen ganz schnell. – ICH habe immer und überall meine Ersthelferausrüstung dabei. Täglich. Immer. Im Rucksack griffbereit. Man weiß ja nie was passiert. Solltest Du Dir vielleicht auch mal angewöhnen…
14. April 2009 at 08:02
Grins, zum Glueck ist alles gut gegangen.
Die trauen Dir halt einfch nicht zu,dass Dir wirklich mal was ernstes passieren koennte.
Mein Mann fragt mich immer, ob’s mir gut geht, wenn an sich gar nix passiert ist.
Wenn ich mir wirklich weh tue, lacht er erst mal und bekommt’s gar nicht mit.
Maenner….
Frauen sind da glaube ich noch schlimmer
14. April 2009 at 12:03
Hallo Tasha, mensch, der Hang sieht ja paradiesisch aus … zumindest für ein Kaninchen. Da könnte man Gänge und Grube anlegen … und ich würde nebenbei die Wurzeln durchnagen … wenn die Bezahlung stimmt. Aber jetzt puste ich erst einmal, damit die kleinen Schrammen auf den doch schon mit einigen Altersflecken übersäten, kahlen Armen verheilen. Sooo …. pust …. mensch, die Arme passen von der Proportionalität (was für ein schweres Wort) perfekt zum Popo … Uppps, ich verzieh mich mal lieber. GlG – Ihr Thor Löwenherz
14. April 2009 at 18:17
@bini, och… doch! da war schon mitgefühl aber die schadenfreude war grösser. zumal ich mich ja selbst scheckig gelacht habe über meine blödheit
@nicole, oh ja! frauen sind viel schlimmer, obwohl es da männliche ausnahmen gibt. siehe den gatten…
thor, da wirst du kein glück haben. in kies biddelt es sich so schlecht. und für die frechheiten jetzt, würde ich wohl alleine den versuch unterbinden. strafe muss sein
14. April 2009 at 18:48
Ich sag nichts….. nein nein…. *Muahaaaaaaaaaa* Ähm…. sorry….