Stunden um Stunden habe ich gestern am PC gehockt. Ich wollte einen Brief schreiben. 20 mal habe ich ihn umformuliert. Von bitterböse bis frustriert war alles dabei und schlussendlich habe ich ihn doch gelöscht.
Es gibt Dinge, die einfach sinnentleert sind, die man, ob’s einem nun passt oder auch nicht, nehmen muss wie sie sind.
Einmal nur noch wollte ich dem Arsch die Meinung geigen, den Arsch, den meine Mutter geheiratet hat und der ihr seit 15 Jahren den Umgang zu ihrem Kind, sprich mir, verbietet. Anfangs kam sie noch, heimlich! Sie hatte sich unter dem Vorwand „einkaufen“ zu müssen raus gestohlen. Nach 5 Minuten wurde sie stets nervös „Ich muss los, ich habe gesagt ich muss nur Getränke besorgen!“ In den Jahren, ca. 6 waren es, in denen sie noch heimlich kam, habe ich sie insgesamt wenn’ s hoch kommt gute 3 – 4 Stunden gesehen. Bloss keine Diskussionen eingehen! Früher war sie nicht so. Nie hätte sie sich derartiges verbieten lassen, warum sie sich das nun vordiktieren lässt, ist und bleibt mir schleierhaft.
Wahrscheinlich ( um mich mal selbst zu analysieren ) ist dieses ganze Familiendingens dran Schuld, dass die Wut darüber wieder hochkommt. Jahrelang hatte ich mich damit abgefunden.
Ich sollte das Nachdenken lassen und einfach weiter darauf hoffen, dass der Arsch vor ihr das zeitliche segnet um noch einige Dinge klären zu können. Später…
Tasha
25. Juni 2009 at 09:47
Das sind Sachen, da versteh ich die Welt nicht mehr. Wie kann man sich von jemandem verbieten lassen, jemand anderen zu treffen? Muss ja noch nicht einmal das eigene Kind sein, wobei ich das ganz grausam finde. Und wie ist der drauf, der das verbietet?
Sorry, will kein Salz in deine Wunden streuen, aber das ist ein Thema, da werde ich ganz fuchsig. Mag an meiner eigenen Geschichte liegen.
Liebe Grüße, Kat (ohne Mutter seit 33 Jahren :.-( )
25. Juni 2009 at 10:15
du streust kein salz, das habe ich gestern alleine getan
das ist sehr komplex und nicht in einem satz erklärt. er ist alki um das mal auf den punkt zu bringen. keiner wie man ihn aus dem fernsehen kennt. er tut sich schon gerne hervor, er der erste vorsitzende aus dem kleingartenverein! ( dafür lebt er! ) immer das beste auto, egal was der nachbar hat, er muss es besser haben.
ein echter arsch, an dem man menschliches lange suchen könnte.
seine eigenen kinder wollen nichts mit ihm zu tun haben, bis auf den ältesten – so jedenfalls meine letzte info.
tja und wenn da dann einer kommt wie ich, der gegenan redet und sich nicht gefallen lässt, wenn er mal wieder grosskotzig umher gröhlt, wie armseelig man doch sei. die wohnungseinrichtung sei nicht standesgemäss und das haus in dem sich die wohnung befindet ginge schonmal gar nicht. das auto billig und „asozial“ ( das er es per definition ist und gegenstände es gar nicht sein können, käme ihm nie in den sinn ), blablub…. dann bekomme nicht ich kontra, sondern die mutter darf sich anhören, was für ein böses kind sie da doch grossgezogen hätte.
irgendwann kam er dann nicht mehr mit, sondern nur sie alleine. er schmollte und dachte, er könne mich mit seinem nichterscheinen treffen. *mildelächelt*
als er merkte, dass zog nicht, durfte sie eben nicht mehr. wo er nicht gerne gesehen ist, muss sie auch nicht hin. tja und so wars dann auch.
ausgezogen bin ich, als ich gerade 17 wurde. also flucht könnte man das nennen. seit dem ging das so.
sogar auf den geburtstagen der kinder blieb sie nie länger als 10 minuten – sie war ja nur „einkaufen“. darum haben auch die kinder sich zurückgezogen, weswegen die nun wiederum auch böse sind. böse und von mir darauf geimpft, ihn nicht zu mögen! wer halbwegs normal ist, erkennt alleine was fürn arsch er ist!
ein beispiel…. ich hatte ihn schon jahre nicht gesehen oder gehört ( nur immer hinterum das geläster, was ich ignorierte ) als das telefon klingelte. mein ex und ich hatten uns gerade getrennt ( im guten, wir sind bis heute beste freunde ). „er“ war dran. im hintergrund gegröhle, er hatte wohl zum umtrunk geladen. jedenfalls schnauzte er mich an, dass das jawohl so nicht ginge und sich einen termin beim jugendamt geben lassen würde um das sorgerecht für meine kinder zu beantragen.
meine antwort:“ f., du solltest das saufen lassen, davon wird man bekloppt im kopf. nie nicht und unter keinen umständen bekommen alkohilker das sorgerecht für irgendwen und hiermit beende dieses sinnlose gespräch!“ und legte auf. das war das letzte was ich hörte und seit dem ( 9 jahren nun ) ist es „ihr“ gar nicht mehr erlaubt. die jahre vorher schon nicht aber das war anders. da hat sie’s noch heimlich getan.
halbwegs rüber gekommen?
25. Juni 2009 at 10:18
Rübergekommen ja. Aber verstanden? Ne. Was für ein A….
Ich wünsche dir trotzdem einen schönen Familyday. Ich mag sowas total gern.
Liebe Grüße, Kat
25. Juni 2009 at 10:33
ich rege mich eigentlich nicht so sehr über den typen auf – sondern vielmehr über deine mutter…
der typ ist ein arsch – das steht hier überhaupt nicht zur debatte, das ist so klar wie es nur irgendwie geht – aber das deine mutter íhr eigenes kind im stich läßt, das geht nicht in meinen kopf!!!!!! wenn ich kinder hätte, dann wäre das für mich überhaupt gar kein thema, da würde es gar keine diskussion geben!!! kein mensch könnte mich von meinen kindern fernhalten – eher müsste er selber gehen!!!!! geht gar nicht!!!!
liebe grüße, die Schwester
25. Juni 2009 at 11:02
@Kat, JAPS aber siehe auch einwand LS und danke! ja, ich freu mich lansgam richtig drauf, wo es anfangs doch eher befremdlich war.
btw. arsch darfst du in bezug auf „es“ gerne ausschreiben
@herzblatt, recht hast du! auch darüber stand so einiges drin. wie viele nicht abgeschickte briefe schreibt man im leben eigentlich?
da ist die wut ähnlich. verstehen kann ich es nicht aber ein stück weit nachvollziehen. wenn man mit so
einer abgestandenen tasse pisseeinem arsch verheiratet ist und der horizont nicht weiter als bis zur gartenpforte oben erwähnten schrebergartens reicht und man dann die wahl hat, fällt die sooo schwer nicht. sie ist auf ruhe zuhause aus, die sie nicht hat, wenn sie sich nicht fügt. so einfach ist das und ich kenne ihn und weiss, dass sie andernfalls tagtäglich stress hätte.das ganze entschuldigt auch ihr verhalten in keinster weise! null! und ich würde mir auch nie nicht irgendwas von irgendwem verbieten lassen, schon mal gar nicht meine kinder zu sehen aber wie gesagt, das liegt am eingeschränkten horizont, der einzig auf ruhe im haus aus ist. was das ganze allerdings nicht besser macht oder sie gar in einem besseren licht dastehen lässt…
25. Juni 2009 at 11:44
Liebe Tasha,
was für ne scheißgeschichte, bei mir ist es gerade so das meine Mutter mich nicht sehen will. Lange Geschichte, lohnt nicht sie hier zu erzählen aber schlimm finde ich das es einem doch auch immer das Leben vergällt, wenn auch nur ein kleines bischen aber man denkt doch drüber nach und verschwendet Energie darauf und kann es doch nie ändern! Du kannst 1000 Briefe schreiben oder keinen, das bleibt solange so bis Deine Ma es merkt bzw. sie es ändern will!!
Ich hoffe es macht Dich nicht allzu traurig!
Liebe Grüße,
Jule
25. Juni 2009 at 12:20
Damit wären wenn wir dann wieder bei der These, das verbohrte Menschen sich nicht bekehren lassen, nicht mit Worten, nicht mit Gewalt und auch nicht mit Briefen. Es zeigt aber auch noch einmal auf, wie tief sich mache Menschen in den Wahn verrennen können, die einzige Wahrheit und damit das Recht auf alle Lebensvorgaben für sich gepachtet zu haben.
Diese fixe Idee, Fiktion geht den über alles, dafür würden die sich genauso totschlagen lassen, wie sie bereit wären selbst über Leichen zu gehen, von ihrer Besessenheit gehen die nicht ab. Gab da gerade heute wieder in den Nachrichten Berichte von 2 Fällen, in denen aus solchen Umtrieben heraus, zwei Mädchen, letzte Nacht in Deutschland von ihren eigenen Vätern umgebracht wurden, nur weil sie deren Lebensvorstellungen nicht teilen wollten.
Und wie ja schon festgestellt wurde behämmert sind die beide, der Eine so Der Andere so. Der Eine gefällt sich als „rechthabender“ Despot, der Andere geht auf in der Rolle das armen nur Frieden suchendem Opfer. Da würde, wie auch schon einmal von mir erwähnt, nur sehr rationale Vernunft unter Umständen etwas bewirken. Das kann aber nicht von dir kommen, dafür hängst du da zu weit mit drin, das müsste schon von außen kommen. Also unwahrscheinlich, dass sich einmal da etwas nachhaltig ändert.
25. Juni 2009 at 12:25
Hmmm, ist daß so ein armseliger Wicht, der dann Vereinsmitglieder diszipliniert, deren Hecke 3 mm zu hoch ist? Wir haben mal einen Bericht über so einen Kleingartenfeldmarschall gesehen – oh Himmel!
Eltern kann man sich nicht aussuchen, meiner Freundin und meinem Mann geht es so wie Dir mit Deiner Mutter: Liebe zum Kind nur dann, wenn´s keine Umstände macht.
Dagegen hilftnur eine selbstgewählte Ersatzfamilie.
25. Juni 2009 at 12:28
@jule, ne, traurig macht mich das nicht, nur wütend, wenn überhaupt… eigentlich war es mir die letzten jahre egal!
wenn ich da aber so drüber nachdenke, wie kann man sein kind nicht sehen wollen? mein sohn ist gewiss kein goldkind. flausen im kopf bis zum geht nicht mehr und reisst die letzten zwei jahre einen bolzen nach dem anderen… auf so eine idee würde ich niemals kommen. egal wie er ist, er ist mein sohn und bleibt das auch.
irgendwann geht es einen auch als eltern nichts mehr an, was die kinder tun oder lassen. man muss nicht mit allem einverstanden sein und kann mal was sagen aber es ist und bleibt ihr leben. wahrscheinlich fehlen menschen wie meiner und auch deiner mutter die fähigkeit, menschen so zu nehmen wie sie eben sind.
ich könnte mich darüber ereifern bis mir schlecht werden würde, deswegen macht mein sohn beispielsweise trotzdem sein ding… also lass ich’s. bis auf hier und da mal eine anmerkung, die aber immer nur meine subjektive meinung darstellt und weniger nur auf kritik aus ist.
das hat wohl auch mit respekt im allgemeinen zu tun. respektiere ich einen menschen nicht als die person die sie sind, fällt es wohl schwerer auch mal bei zeiten die klappe zu halten :/
@spottdrossel, GENAU SO EINER! „hier müsste aber auch mal wieder rasen gemäht werden, laut paragraph so und so der kleingartenverordnung …. blabla…“
und damit lebts sich deutlich entspannter!
japs, das haste richtig erkannt! ich habe mir meine ersatzfamilie auch gewählt. nicht immer ist blut dicker als wasser
25. Juni 2009 at 14:04
Schade, dass Deine Mutter so schwach ist. Tut mir leid für Dich.
25. Juni 2009 at 14:08
Ganz blöde Frage: Aber bist du dir sicher, dass er nicht vielleicht gerne mal „das Händchen hebt“? Oft bekommt man das ja nicht so mit und oft reicht auch die bloße Androhung von sowas aus, selbst wenn er es noch nie getan hat (und das allein Drohungen wirken können, weiß ich leide aus Erfahrung).
25. Juni 2009 at 14:31
@the voice, sorry, hab ich dich vorhin glatt überlesen… genau deswegen habe ich den wisch gelöscht, genau deswegen warte ich bis der sensenmann da war… ich hoffe dann aber er holt den affen zuerst. so traurig wie es sich anhören mag, ist so!
was es nagen lässt, ist, dass ich dinge immer einmal gesagt haben muss. das macht mich wahnsinnig, wenn ich dinge nicht loswerden kann. und ich hätte da einiges, was es zu sagen gäbe. sei es drum, das wäre an eine wand aus arroganz und dummheit geschrieben…
@frau langeflüster. sehr schade, ja!
@patsy, gute frage aber ich denke ersteres nicht. jedenfalls nicht soweit ich mich zurück erinnere. was dann wieder nicht heisst, dass es nicht so wäre aber ich denke eher, er hält sie verbal klein. was auch schon reicht, ausreichend psychischer druck kann genau so schlimm sein wie handgreiflichkeiten…
mühselig dort nach antworten zu suchen, wo es keine gibt…
25. Juni 2009 at 16:14
Oh Mann…traurig!
Das Stimmchen spricht mir (wieder mal) aus der Seele.
Hari -ohne Eltern (beide aus unterschiedlichen Gründen) seit 2 Jahren-
25. Juni 2009 at 16:17
So einen Brief hab ich vor Jahren auch mal geschrieben. An meinen Erzeuger. Geklärt hat das nichts. Außer den Fronten. Es herrscht jetzt Klarheit und wir hatten seitdem nie wieder Kontakt. Was Deine Mutter angeht, so kann ich absolut nicht verstehen, wie man sich in dieser Art und Weise verhalten kann. Klar ist es von dem A…. nicht in Ordnung, es ihr zu verbieten. Aber es sich verbieten zu lassen sind eben die anderen 50 % die nicht in Ordnung sind. Die Frage ist, ob Du nicht locker auf beides verzichten kannst… Ich glaube allerdings, es war gut, die Wut einmal zu formulieren, auch wenn Du den Brief letztendlich gelöscht hast.
26. Juni 2009 at 08:35
@hari, japs, das stimmchen scheint ein plietscher zu sein. ob der sich nochmal outet? traurig ist es, nur unabänderlich
@bini, für den moment war es wohl gut aber der frust darüber, dass ich wahrscheinlich nie mehr in die verlegenheit kommen werde ihnen ( beiden ) verbal in den arsch zu treten, der bleibt. recht hast du, man kann drauf verzichten aber da stehe ich mir selbst ein bisschen im wege. ich muss immer sagen was ich denke. das ist fast krankhaft. hier kann ich es nicht….
merkwürdig nur, wie viele familien in ähnlicher art kaputt sind, nicht wahr? ich bin froh, dass ich fähig bin zuzuhören und auch andere sichtweisen zu akzeptieren. so habe ich keine angst darum, meine kinder mal durch solchen schwachsinn zu verlieren!
25. Juli 2009 at 17:04
Ach Tasha, endlich komme ich auf GEgenbesuch und lese, dass fast überall irgendwie der Wurm drinne ist. Du hast bei mir zum Thema Familie viel und viel Wahres geschrieben. Irgendwann würde ich gerne darauf nochmal zurückkommen, nur im Augenblick, da schweige ich noch. Ich verabschiede mich innerlich vor einem lebenslangen Horror (Familie, Seelenmissbrauch) und weiß, dass ich erst dann „gesundet“ bin wenn ich drüber sprechen kann. Ich denke, du weißt, wie ich das meine.
Danke für deine Worte neulich und auf bald
Elana