nicht nur zum Tod, sondern eher zum Leben des Michael Jackson.
Ich weiss, da schreibt momentan jeder drüber aber das ist, was in meinem Kopf spukt und raus will. Andere Einträge eher nicht zulässt.
Vielleicht habe ich ihn manchmal mehr verstanden als andere, die eine „normale“ Kindheit hatten. Ich war kein Kinderstar, das muss ich nicht extra erwähnen aber ich war im selben Verein, den Zeugen Jehova. Das alleine raubt einem schon ein Grossteil der Kindheit, man muss es erlebt haben um das zu verstehen. Dazu dann der Druck des Vaters perfekt zu sein in dem was man tut, die Unfähigkeit sich dagegen aufzulehnen, das kann nicht gut gehen. Ein Leben zwischen Königreichssaal und Bühne hat mit einer glücklichen Kindheit so mal gar nichts zu tun, dafür muss ich nicht persönlich auf einer Bühne gestanden haben! Ich hatte das andere, das reichte!
Ja, von daher habe ich seine Spleens gut nachvollziehen können. Mir hat das schon mit den Z.J.s gelangt um bis ans mein Lebensende ein Phobie gegen alles was mit Kirche und dem alten Herren oben zu tun hat zu entwickeln.
Von den Skandalen will ich mal absehen, er wurde freigesprochen und somit gilt er als unschuldig. Ich persönlich hielt ihn auch dafür aber da scheiden sich die Geister. Von daher wäre es mühselig darüber zu diskutieren, ausserdem soll man Tote in Frieden ruhen lassen!
Nichtsdestotrotz ist es das, was ihn zu Fall gebracht hat, wovon er sich nicht wieder erholte. Er war sein Lebtag psychisch labil und ist schlussendlich nicht nur an sich selbst zerbrochen, sondern auch an seinem Umfeld. Dazu der Wahn wieder musikalisch aufzuerstehen, ein Druck, dem er nicht gewachsen war und das dürfte nicht nur mir klar sein. Ich fange an zu analysieren… einen Menschen, den ich höchstens mal auf der Bühne gesehen habe. Irgendwie anmassend! Aber das geht mir gerade durch den Kopf. Für mich ist und bleibt er ein musikalisches Genie. Ich mochte ihn, ich mochte seine Musik.
Nachdem ich davon im Radio hörte, habe ich entgegen meiner Gewohnheiten früh den Fernseher angemacht. N24 informiert bei solchen „Neuigkeiten“ ja quasi durchgehend.
Himmel!!! Wie kann man einen Menschen ganze zwei Stunden reanimieren? Sollte trotz aller Unwahrscheinlichkeit das Herz noch einmal anfangen zu schlagen, ist im Kopf nur noch Grütze!
Ich habe den Mister damals 20 Minuten reanimiert, die Ärzte nochmal so lange und ich hatte die Zeit des Komas und auch noch danach ein schlechtes Gewissen. Ich habe so Blödsinn gedacht, wie, ich wäre Schuld. Hätte ich ihn sterben lassen wäre es besser gewesen, weil er diesen Zustand nie gewollt hat. Heute weiss ich, dass das totaler Quatsch war. Ich bin an gar nichts Schuld. Aber ich sehe jeden Tag live, was Sauerstoffmangel anrichtet und beim Mister war es doch ein recht kurzer im Gegensatz zu M.J., wie können da Ärzte sowas tun? Nur um später auch sagen zu können, sie hätten alles versucht den King of Pop zu retten? Man muss kein Arzt sein, um zu wissen, dass das Ding gegessen war, dass keine noch so kleine Chance bestand.
Ich habe einen Krankenpfleger kennengelernt, der die Nummer seiner Verfügung auf der Brust tätowiert hatte. Die Verfügung darüber, dass er im Fall der Fälle nicht länger als 5 Minuten reanimiert werden will. Der hat auf der Station gearbeitet auf der wir lagen, Hypoxiepatient, neben Hypoxiepatient! Ok, er war der einzige mit Tattoo aber die gleiche Verfügung hatten dort fast alle! Warum wohl?
Es ist gut, dass er diesen Rettungsversuch nicht überlebt hat und ihm dadurch nur eine Verlängerung an Maschinen hängend erspart geblieben ist. Ich hoffe für ihn, dass er nun seinen Frieden findet, den er zu Lebzeiten nie hatte!
Good bye Micheal und grüss mir deinen Exschwiegervater!
26. Juni 2009 at 10:45
wie fast immer bewegt mich Dein Eintrag heute sehr. Danke für Deine Offenheit, die mir wie immer gute Denkanstöße gibt. Ich lass Dir einfach mal dies da:
♥
Nur für Dich. Weil Du so bist, wie Du bist.
26. Juni 2009 at 10:46
Liebe Tasha,
schau mal an, da hattest Du gleich mehrfach Grund darüber zu denken/schreiben und hast dabei ja auch viel über Dich und den Mister gesagt!
Z.J.? Das ist für mich genauso gruselig wie Scientology und im Gegensatz zu Dir habe ich von beiden quasi keine Ahnung!!!
26. Juni 2009 at 10:47
P.S. Und der Frau Landgeflüster Ihren Worten schließe ich mich auch noch an!!!
26. Juni 2009 at 11:13
Also ich habe da wieder einmal so meine Probleme mit. Da ist ein Mensch gestorben, eine traurige Sache, wie immer. Ich habe den Hype um seine Person zu seinen hoch Zeiten nicht kapiert, die Hexenjagd um seine vermeidlichen Straftaten, was auch immer da nun war, genauso wenig. Mir wird jetzt sicher auch der Trubel um seinen Tod befremdlich vorkommen. Was soll der Affentanz?
Habe vorhin noch nicht mal auf den Nachrichtenlink geklickt als ich das auf der Nachrichtenseite gesehen habe. Da stand alles, „Herzversagen, Tod“ mehr musste und wollte ich nicht wissen. Traurig, ruhe sanft.
Von dem Herrn mag jeder halten was er will, ich fand ein paar seiner Stücke ganz ansprechend, ansonsten kannte ich ihn nicht.
Und sorry Tascha, eine üble Kindheit, so wie du sie wohl hattest, der besagte Herr, ich auch und mit uns noch Abermillionen von Menschen, können so allerlei Persönlichkeitsmerkmale, Verhaltens-, Denkweisen und was weiß ich noch alles erklären. Sie sind aber kein Grund für solche affektierten Lebensweisen, das ist Größenwahn. Böse Kindheit hin oder her, irgendwann ist man alt genug um sich seine eigenen Gedanken zu machen um sich selber gerade zu rücken. Also bei einem 16, 18 oder meinetwegen auch bei einem 25 Jährigen, lass ich das gelten, aber nicht bei einem 50 Jährigen.
Ich bin für meinen Teil auch nicht bereit das Ableben dieses Mannes höher oder anders zu bewerten als das anderer. Wie der Tod der jungen Frauen im Jemen letztens zum Beispiel, die umgebracht wurden. Schrecklich junge Menschen, die ein wenig helfen wollten. Wie sagte Frau Merkel, „Unsere Gedanken sind bei den Angehörigen.“ Jupp, sag ich da, das sind sie, macht mich betroffen, auch wenn ich sie nicht kannte. In ein paar Tagen, kräht da aber kein Hahn mehr nach.
Mein Mitgefühl sollen auch die Hinterbliebenen der Herrn J. haben, mehr kann ich da nicht aufbringen.
Mein Hausarzt ist letztens gestorben, nach über 40 Jahren Dienst. Bei Sturm und Wind, bei Schnee und Eis, Tag und Nacht, Jahr ein Jahr aus, war er für die Menschen da, die ihn brauchten. Das war ein „besonderer Mensch“ finde ich, wie es nur zu wenige gibt. Da war ich dann auch bei seiner Frau und hab sie einmal gedrückt, ich war sogar zur Beerdigung in der Kirche. Ich!!!!
Die Rückkoppelungen auf deine Situation darauf, ist dagegen allerdings sehr verständlich. Das wird dir noch oft so gehen, wenn du mit ähnlichen Verläufen konfrontiert wirst. Wie du es da ja schon richtig tust, ist es dann wichtig, dir immer wieder zu sagen, dass nichts daran deine Schuld ist und dass du alles was dir möglich war getan hast. So entsteht da mit den Jahren ein Automatismus, eine Art positiv Konditionierung.
26. Juni 2009 at 11:46
danke @frau landgeflüster! wozu wäre ein blog da, wenn nicht für die eigenen gedanken?
@jule, zwangsläufig kommen einem dann bezüge in den sinn. leider… und ich denke du hast nichts verpasst wenn dir die gebaren der z.j. fremd sind! man kann das schon ein stückweit mit den scientologen vergleichen. beides ist nichts was man im nachhinein erlebt haben will, wo ich aber nur für die z.j. sprechen kann.
@the voice. verstehen tue ich den hype auch nicht. ich versuche seit stunden dem zu entgehen. das letzte was ich heute hören will ist „heal the world“ oder „earth song“. das hat schon was von terror! sogar auf meinem haus und hof fernsehsender – deluxemusic, läuft nichts anderes. radio? the same…
ich halte das nicht für affektiert oder grössenwahnsinn, eher für eine form der hilflosigkeit. für mich war er immer der arme reiche mann. er tat mir leid, ernsthaft und für kein geld der welt hätte ich mit ihm tauschen mögen. sicher hast du recht, wenn du sagst, dass man nicht alles auf die kindheit schieben kann aber bei manchen macht es eben nicht „klick“ und der müll hängt ihnen ein leben lang hinterher. so denke ich auch ihm. auch hast du recht, wenn du sagst, dass man sein ableben nicht höher bewerten soll als das von attentatsopfern. das würde mir nie in den sinn kommen. nur leide ich echt genug an diesem verschissenen weltschmerz. sollte ich für alles und jeden einen eintrag schreiben was mir nahe geht, so wäre das hier ein verdammt trauriges blog!
wahrscheinlich ist es mein hang die menschen immer verstehen zu wollen, wenn ich das nicht immer kann, so versuche ich zumindest nachzuvollziehen. das ist dann wieder das thema von gestern, menschen in ihrer art zu respektieren, da schliesse ich dann auch m.j. nicht aus. diese gedanken über ihn sind keine neuen, so denke ich schon so lange ich mir über ihn gedanken gemacht habe. das tut man zwangsläufig, wenn man ihn mag, seine musik und das tue ich. da hinterfragt man für sich auch seine spleens und wo die herkommen. ich bin halt ein kleiner verkappter psycho
hier ist es und das hast du richtig erkannt, auch die rückkopplung! alles was mit dem thema zu tun hast, löst entsetzen in mir aus, weil dann immer wieder bilder kommen, die sich im unterbewusstsein festgesetzt haben. ich bei ein verdammtes weichei, so grosskotzig ich manchmal tue! aber je offener ich damit umgehe umso leichter fällt es mir… that’s what it is!
26. Juni 2009 at 13:02
Das er mal zu den ZJ gehoert hat, wusste ich gar nicht.
Eine gute Freundin in meiner Kindheit war in dem Verein. Ein bisschen was habe ich mitbekommen und kann’s bis heute nicht nachvollziehen. Muss ich ja zum Glueck auch nicht.
2 Stunden? WeiWei….die Welt ist seltsam.
Ja, zum Schluss konnte einem MJ glaube ich wirklich nur noch leid tun (oder schon seit jeher?).
Naja, Rest in piece Jacko.
26. Juni 2009 at 13:25
M.J. war ein Mensch und damit ist sein Tod nicht mehr und nicht weniger wert als der, jedes anderen Menschen.Ich habe ihn meistens bedauert. Wenn man sein Schicksal aussuchen könnte, hätte er sicher ein anderes gewählt.
26. Juni 2009 at 14:02
@nicole, ach, sowas ist nun keine bildungslücke. die zj geben eben gerne mit ihren anhängern an. ähnlich wie bei den scientologen.
d.d. eisenhower, prince, ricky king, naomi campell soll auch eine sein hab ich mal gehört, beliebig fortzusetzen.
@thomas, japs! ich denke auch er hätte gerne eines anderes gelebt!
26. Juni 2009 at 18:17
Das mit den ZJ wusste ich gar nicht. Aber vor dem Hintergrund kann man sich natürlich lebhaft vorstellen, wie seine „Kindheit“ verlaufen ist. Ich kenn´s ja auch (wenn auch nicht ZJ, aber sehr ähnlich…), auch wenn ich keinen Erfolgsdruck hatte, dennoch immer Angst und Druck, worunter ich heute – lange danach – noch leide. Das mit dem Reanimieren kann ich wiederum nachvollziehen. Keiner der Verantwortlichen will sich nachher den Vowurf gefallen lassen, er hätte den King of Pop leichtfertig sterben lassen. In so einer Situation möchte wohl keiner stecken und wenn er/sie vielleicht auch noch ein Fan war, dann kann man sich lebhaft vorstellen, was da vorgegangen sein muss. Natürlich war es unrealistisch – für mich aber nachvollziehbar. Genauso wie das Tattoo von besagtem Pfleger, wenn er ständig dieses Grauen vor Augen hat.
27. Juni 2009 at 07:26
Ich war auch froh, als ich auf den Schein bei meinem Dad gesehen habe, das sie es „nur“ 40 Minuten versucht haben. Bei meiner Mutter hatten sie es über 1 Stunde versucht, geschafft, und dann lag sie fast 3 Tage an Maschienen, bis sie endlich „Ruhe“ hatte. Nein, ich halte auch nichts davon, jemanden auf Teufel komm raus wieder zu beleben. Das was dann oft „übrig“ bleibt ist (entschuldige nun die Ausdrucksweise) für mich kein Mensch mehr, sondern nur noch eine Hülle. 30 Minuten versuchen, okay, da kann man dann vielleicht noch was retten, aber länger sollte man weder den Menschen selbst, noch seine Familie unnötig „quälen“.
27. Juni 2009 at 09:54
@bini, ja das erzähltest du schon mal. ich tippe aufgrund deiner heimat mal auf die katholische kirche?!
nein und da spricht eben die erfahrung. nie nicht soll man einen menschen dermassen lange reanimieren. da bleibt nicht vom menschen übrig, nicht nach zwei stunden. es kommt hier immer auf die situation an, auf den auslöser aber hier war klar, dass es sinnlos ist. dann muss man menschen auch gehen lassen. und sei er noch so prominent, kein normal denkender würde den ärzten daraus einen vorwurf machen. ich mache im gegensatz dazu den vorwurf, dass das ein unverantwortliches verhalten war. nach zwei stunden ist da nichts mehr… null, njet, nix! nach einer schon nicht mehr. erste schäden treten nach wenigen minuten auf und jede weitere richtet mehr an. das hat mit leichtfertigkeit nichts zu tun, manchmal muss man menschen einfach gehen lassen
@patsy, es kommt immer drauf an…. 40 minuten sollten die obergrenze sein und selbst da sind die schäden gewaltig. der mister hat irgendwie glück im unglück. sein und mein dickkopf treiben ihn und das ist der ausschlaggebende punkt. nun ist er von kopf her klar, dass ist der vorteil. so ein verlauf ist ja nie gleich, die areale die geschädigt werden sind bei jedem anders. ich bin froh, dass es bei ihm mehr körperliche beeinträchtigungen sind. auch wenn er nicht mehr ganz so gesprächig ist wie früher, so nimmt er doch teil am leben wie ein gesunder mensch. wäre es andersrum, wäre es ohne zweifel schwerer.
generell könnte es aber vielen hypoxiepatinten besser gehen, wenn man sie entsprechend der symptome behandeln, dass ist in deutschland nicht mehr gegeben. die amtsärztin montag hat mir das wieder gezeigt, wie sie sagte, sie hätte „sowas“ noch nicht gesehen. man darf dann nur nicht aufgeben.
ebenso ist das mit der klarheit vom kopf. auch das ist trainierbar. die prognose hiess, dass der mister auch nicht mehr viel von seinem umfeld wird mitbekommen können…. darüber kann ich heute lächeln.
so aber das ist eben in einem anderen rahmen. nach zwei stunden ist da definitiv nur noch grütze, nach einer schon und das finde ich unverantwortlich!
27. Juni 2009 at 23:04
Nicht katholisch sondern neuapostolisch… Ich habe Dir gar nicht widersprochen was die Reanimation angeht, ich meinte nur, es ist für mich nachvollziehbar, dass ein Arzt da nicht unbedingt nach logischen Gesichtspunkten vorgeht, wenn es sich um eine derart prominente Person handelt. Dass da schon nach 10 Minuten irreparable Schäden eintreten ist klar. Zum Glück ist es nicht zu diesem schlimmen Fall gekommen.