Ich bin seit Tagen genervt, sehr genervt! Besser gesagt, ich bin übelst gelaunt und scheisse wütend!
Das, was sich anschickt meine Mutter sein zu wollen hat vor gut zwei Wochen erstaunlicher Weise ein Lebenzeichen von sich gegeben:
„Hallo, ich wollte nur mal kurz hallo sagen. Deine Mutter“
So stand es in der Mail. Kurz, knapp, unpersönlich und auf den ersten Blick hilflos wirkend. Ich antwortete:
„Oh, ich staune aber schön von dir zu hören. Vorab aber… weiss F. davon, dass du mir schreibst? Ich habe nämlich keine mehr Lust auf diese Heimlichkeiten“ [zur Erinnerung hier und hier]
Betont kühl sollte meine Antwort schon bleiben, für alles andere ist noch kein Platz bei alle dem was passiert ist aber was ich darauf als Antwort bekam, war schon nicht schlecht!
F. wüsste davon aber „sei nicht begeistert“ weil ( und jetzt kommt’s ) der Name Krischan im Kleingartenverein keinen guten Ruf hätte. Hallo? Ich heisse zwar Krischan aber bitte was habe ich mit denen dort zu tun, ausser dass die irgendwie mit dem King, was mein Ex ist, verwandt sind? Ich hatte während der Ehe mit denen nichts am Hut und heute noch viel weniger. Jahre, Jahrzehnte habe ich die nicht gesehen! Aber egal, es wird über einen Kamm geschoren. Wer glaubt, dass irgend etwas persönliches gefallen sei, wie beispielsweise: „Mensch, lass uns mal reden, ist damals dumm gelaufen“ oder vielleicht ein einfaches „und wie geht es dir?“ der irrt. Null Interesse ausser das Ding mit meinem Nachnamen.
Wer mich kennt, kann sich denken was ich geantwortet habe. Ich habe im weitestgehend „netten“ Ton ( jeden Anderen hätte ich unangespitzt in den Boden gerammt ) gefragt, ob sie all das für normal hält, ob es nicht auch noch ein Leben ausserhalb des Kleingartenvereines gibt. Ob es nicht Dinge gibt, die wichtiger sind, als was der liebe Gartennachbar über mich denken könnte. Und ich fragte sie, ob ihr wirklich nicht bewusst ist, warum F. nicht gemocht wird. Ob sie alles vergessen hat was war.
Kaum hatte ich geantwortet, kam der Sohn und wedelte mit einem Schrieb: „Vorladung zur Sicherstellung der Fingerabdrücke!“

Die zweite Vorladung in sechs Wochen und über die Jahre… kein Plan, es waren doch einige!

Was war passiert? Seit ich denken kann gibt es diese Schrebergartenparzelle. Es müssen gute 30 Jahre sein und ebenso lange wird dort eingebrochen. Worauf die Diebe es wohl abgesehen haben? ALKOHOL! Zwischendurch hatte man die glorreiche Idee, den Alk doch lieber Zuhause zu lagern und in der Zeit wurde merkwürdiger Weise auch nicht eingebrochen aber das war dem Herren alsbald zu lästig und so geht es eben weiter wie gehabt. Mehrmals im Jahr, um nicht zu sagen alle Paar Wochen wird die Laube aufgebrochen, seit einem viertel Jahrhundert. Mein Sohn ist 21, nur mal so…. aber neuerdings ( wenn nicht sogar schon immer ??? ) soll er es sein, der dort einsteigt. Man braucht eben einen Sündenbock und wer liegt da näher als der Sohn der asozialen Tochter der Gattin?

Aber zurück zur Geschichte… Am „Tatort“ wurden diesmal Fingerabdrücke gefunden. Ergo ging der Sohn auf die Dorfwache und ihm wurden unter mitleidigen Lächeln Abdrücke abgenommen. Selbst die Herren in blau finden das Gehabe des F. mittlerweile lächerlich aber was sollen sie tun, ausser dem Sohn tröstend die Schulter zu klopfen? Wenn der Arsch F. sagt, mein Sohn war’s, muss dem nach gegangen werden. Quintessenz -> Der Sohn war es mal wieder nicht!

Also ging ich wütig nochmal an den PC. Ich fragte Madame Mamá ob das wirklich alles noch normal ist.
Für sie ist es das! Kein Wort der Entschuldigung ob der abermals falschen Verdächtigung. Nix, null, nüscht! Es ist einfach normal und wenn die Fingerabdrücke tausend Mal das Gegenteil belegen, für die beiden war’s der Sohn – Punkt!
Was soll man dazu noch sagen? Ich verabschiedete mich mit den Worten, dass ich für sie hoffe, dass sie nicht irgendwann alleine da steht und schrecklich einsam sein wird. Man es später nochmal versuchen könnte, so sie sich fähig zeigen könnte ein normales Gespräch über die Vorkommnisse zu führen. Mein Teppich ist einfach nicht gross genug, als dass all der Mist darunter passen würde. Was aber niemals der Fall sein wird, da sie fehlerfrei ist und daraus schliessend unfähig Kritik aufzunehmen.
Ich bin nicht mal mehr traurig. Es tut auch nicht mehr weh, es macht nur noch wütend und ich sollte langsam anfangen zu kapieren, dass ich keine Mutter habe, seit vielen, vielen Jahren schon nicht mehr!

Tasha