Weiss sollen sie werden, vornehm und edel. Das war die Vorgabe für das zu verschönernde Mobiliar. Bank, Stühle, Tisch. Und so trafen der Mister und ich die Lästerschwester in der Weltstadt Neumünster vor dem super vornehmen und hoch exclusiven Einrichtungshaus, dessen dritter Name, nach Tedox und Möbel, schlicht Discounter lautet!
Es hiess also Farben und Stoffe aussuchen, doch bevor wir dort überhaupt hin kamen, hatten wir schon den Fussboden für die neuen heiligen Hallen ausgewählt, Eiche gekälkt wurde auserkoren und zusätzlich hatte ich den Arm voller Konsolen, was die Schwester dann doch für ein wenig verfrüht hielt: „Willst du nicht vielleicht erstmal die Wände für drum herum bauen oder warten bis die gebaut wurden?“ Sprachs und so schmiss legte ich zu tiefst beleidigt die Konsolen zurück in das Regal:
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Wehe die gibt es dann nicht mehr!
Warum sollte es sie dann nicht mehr geben?
Was weiss ich denn…
Was kam dürfte klar sein:
Los, pack die jetzt ein!
Nö.
Doch.
Nein.
Dooohoooch!
Neeeiiheeein!
Warum nicht?
Na, weil ich dich dann anschreien und sagen kann, ich hätte es ja gewusst!
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Endlich kamen wir bei den Stoffen an und ziemlich schnell war klar welche überhaupt nicht in die engere Auswahl fallen würden. Angefangen beim Meter zu 2,-€ haben wir uns langsam zügig hin zu den Teuren durchgearbeitet, die mit Discount-Preisen herzlich wenig zu tun haben. Aber sei es drum und so landeten nach einigen Diskussionen über die benötigte Meterzahl genau elf von dem fein mit Goldfaden bestickten Zwirn auf dem Zuschneidetisch, an dem wir von einem netten älteren jungen Herren bedient wurden. Ich weiss ja nicht, ob das so in Ordnung war aber ich glaube, er lachte uns nicht an, sondern ob der Diskussionen aus und so sah er den Mister etwas mitleidig an, nach dem Motto „Du arme Sau du! Was ist wohl schlimmer, deine Behinderung oder die beiden Trutschen am Murs“
An der Kasse, wie kann es anders sein, wollte Selbige nicht die eingescannten Preise annehmen. Beim letzten Artikel wohlbemerkt, ging gar nichts mehr. Ergo wurde der ganze Zettel storniert und statt die Artikel noch einmal übers Band zu ziehen, tippte die Dame Kassiererin den Bon per Hand nochmal ein. Nummer für Nummer und länger und länger wurde die Schlange und es juckte mich kurzfristig in den Fingern, wie Omi Freitag Mittag beim Aldi, das Kleingeld zu zücken aber der Magen hing in den Knien und wir wollten nur noch schnell in Richtung Ausgang.
Was verbindet sowohl Mann als auch Frau, wenn alle Energiereserven beim Regalerempeln und Einkaufswagen in die Hacken schieben verbraucht wurden, gerne mit Discounter-Shopping? Richtig, der obligatorische BigMac und einen Sunday Caramel zum Nachtisch! Lecker wars, ja, ich habe jedoch seit dem das Gefühl ich hätte Pflastersteine vertilgt. Ich sollte vielleicht doch etwas für meine Verdauung tun?!
Aber es hat sich gelohnt und die Ausbeute entspricht offensichtlich dem, was alle Beteiligten sich zuvor vorgestellt hatten! Fange ich nun morgen an die Stühle zu schleifen? Könnte passieren…
Edel isser doch, oder? Dazu passend den Lack in Elfenbein, der mit dem blauen Engel, das versteht sich von selbst! Hach, datt wird watt schoin, auch wenn die Erkenntnis des Tages die ist, dass wir unseren Geschmack langsam dem Geldbeutel anpassen sollten!

Tasha